writing friday

Es ist Creative Friday!

Diesmal wollte ich den Text vorbereiten. Diesmal? Ich will ihn immer vorbereiten, aber verpeil es und denk nicht daran.. aber egal. Da der heutige Tag etwas gerafft ist, hab ich mich für den Vergleich entschieden.

> Erstelle eine Pro und Contra Liste zum Thema; im Buchladen einkaufen vs. Bücher in Bibliothek ausleihen welche Seite gewinnt?


Theoretisch brauch ich gar keinen Vergleich erstellen, da ich genau weiß, wer gewinnt. Aber ich möchte kein Spielvererber sein und zumindest beiden eine Chance geben. Das Duell ist hiermit eröffnet:

Lässig streicht sie ihr Kleid glatt und lehnt sich an die kühle marmorierte Fassade. “Und”, fängt sie an.”Wie hast du so deinen Tag verbracht Frau Kollegin?”. Anmutig streicht sie eine blonde Strähne hinter die Ohren und reckt ihr Gesicht gen Himmel. “Also ich habe die Kühle meines Büros genossen. Und die Kollegen. Ich sags dir, die sind so schön ruhig hier. Kein Stress. Keine Hektik. Alle reden leise und gesittet. Ein Traum. Ein Traum! Dazu gluckert die Kaffeemaschine ganz sanft und selbst das Tastaturgeklicker ist ertragbar. Ich möchte diesen Job einfach nicht missen.” Seufzend blickte sie ihr Gegenüber an. “Du weißt gar nicht, was du verpasst, Schätzchen. Schau dich doch mal an. Nicht mal heute trägst du ordentliche Kleidung. Musst du so herumlungern? Genieß den Sonnenschein und wenn es dir zu warm wird, zeig ich dir gerne meinen Arbeitsplatz.”

Erwartungsvoll schaute sie ihre Kollegin an. “Na, was meinst du? Einmal den Tag tauschen? Du hier, im Gebäude und ich dein kurioses buntes Leben? Was da wohl alles passieren mag.” Kichernd hält sie sich die Hand vor den Mund. “Weißt du”, antwortete ihre Freundin plötzlich. “Ich glaube, du würdest dein steriles Umfeld vermissen. Ist es nicht anstrengend immer von so vielen Menschen in die Hand genommen zu werden? Fremde Hände, die dich durch die Gegend tragen und du weißt nie, was in deren Wohnung mit dir passieren wird? Dann der Umschlag. Also mich würde es stören, in eine Hülle gequetscht zu werden, mit einem Chip in mir. Dann lieber einen Besitzer finden, der dich mit Liebe in die Hand nimmt und dich sanft zur Kasse trägt.”

Sie machten einem Menschenstrom Platz, der in das Gebäude wollte, vor dem sie standen. Nachdenklich blickten sie ihnen nach. “Siehst du das? Menschenmassen, zahlreiche Wohnungen, immer wechselnde Besitzer, kurz Beziehungen. Stört dich das nicht?” Erwartungsvoll beobachtete sie die Mimik ihrer Kollegin. Keine Regung zeigte sich. Nur ihre Lippen presste sie immer fester aufeinander. “Hast du jemals den Blick eines liebenden Menschen gesehen? Der dich vorsichtig in die Hand nimmt? Dessen Augen glitzern und kleine Tränen sanft die Wangen herunterlaufen? Der genüßlich an dir schnuppert und dich an sich presst? Wenn ein Kind, sein letztes Taschengeld zusammenklaubt, nur damit es DICH mit nach Hause nehmen kann? Nein?”

Sie sah, wie ihre Kollegin schniefte und versuchte die Tränen zu unterdrücken. Tröstend reichte sie ihr ein Taschentuch. “Nimm es dir nicht so schwer zu Herzen. Irgendwann wirst auch du ein zu Hause finden. Es dauert nur etwas länger. Bis dahin komm ich dich regelmäßig besuchen und erzähle dir von meinen Abenteuern. Was meinst du?” Dankbar umarmten sich die beiden und gingen, nach kurzer Verabschiedung, ihrer Wege. Die eine mit hängenden Schultern und einem Taschentuch in der Hand, die andere mit einem Strahlen im Gesicht.


Et Voila! Ich denke, man erkennt, wer welche Rolle spielt. Ich wollte keine einfache Liste machen und habe mich daher für so eine Version entschieden.


Eine Aktion von Elizzy


 

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