blutiger Januar, buchkritik, crime, schottland

“Denn jede Stadt besteht aus einer Vielzahl von Städten. Mindestens zwei stehen einander feindlich gegenüber, die Stadt der Reichen und die der Armen.” nach Platon

Mit diesem Auszug ist der Inhalt des Buches bereits sehr gut getroffen. Da haben wir auf der einen Seite die Menschen in der Stadt, die sich mit Müh und Not über Wasser halten. Nicht selten rutscht man dabei in den Drogensumpf ab und vegetiert in verfallenen Häusern vor sich hin. Auf der anderen Seite recken sich schicke Häuser gen Himmel und die Hausherren traben erhaben hoch zu Ross daher. Mittendrin befindet sich der Ermittler Harry McCoy.

  • brutaler Mord auf der Straße
  • Täter richtet sich selbst
  • zahlreiche Zeugen
  • was war die Motivation?

Da ist er, der neue Fall, dem sich McCoy widmen darf. Eigentlich wirkt alles glasklar. Beziehungstat oder Zufallsmord. Irgendwas davon, wird es schon sein. Es gibt keinen Grund sich darin zu verbeißen. Der Detective sieht das anders. Was an den Hintergrundinformationen liegen könnte, die ihm vorliegen. Ein Häftling hat ihm einen Tag vorher gesagt, dass dieser Mord geschehen wird. Aber woher wusste er das? Wieso wollte er, dass McCoy das Mädchen rettet? Simple Lösung: Den Häftling fragen. Dummerweise ist dieser tot. Auch ermordet oder Unfall?

  • so viele Zufälle gibt es nicht
  • wer will hier etwas vertuschen
  • wieso geht niemand dagegen vor
  • warum hindert man McCoy an seinen Ermittlungen

Stets an seiner Seite befindet sich der Frischling Wattie. Neu auf dem Präsidium darf er McCoy begleiten und lernen. Zwar ist er anfangs nicht erfreut darüber, doch die beiden gewöhnen sich rasch aneinander. Nur an diese Sachen, die der ältere Detective macht, damit hat Wattie ein Problem. Ist er etwa korrupt? Nagen die Schatten seiner Vergangenheit zu sehr an ihm, dass er Rache von neuen Ermittlungen nicht unterscheiden kann? Hier gibt es auf jeden Fall einiges an Aufklärungsbedarf.

  • rau, duster, kalt, 70er, schottisch
  • angenehmer Schreibstil
  • feiner Sarkasmus
  • kleine Klischees, über die man hinweg sieht

Es ist das Gesamtpaket, was mich überzeugt hat. Ermittler, die unter besonderer Beobachtung stehen, gibt es wie Sand am mehr. Dazu noch ein unerfahrener Beamte und fertig ist das 0815-Team. Zum Glück kann Alan Parks diese Mauern durchbrechen und bietet perfekte Unterhaltung in einem rauen Schottland der 70er. Wo die meisten Menschen selbst nicht wussten, wo sie hingehören und viel experimentieren. Sex, Drogen, Alkohol, Politik. Exakt dieser Experimentierfreude bekommt man zu spüren.

Ein Lesetipp für Crime-Liebhaber, die es derb und unterhaltsam zugleich mögen. Nicht zu vergessen: Schottland!

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Genre: Crime / VÖ: September 2018 / Verlag: Heyne Hardcore / Serie: Serienauftakt

erhältlich bei: hugendubel.de

weitere Meinungen:

Schurkenblog, Überhaupt ist der Thriller richtig düster, dunkel, stellenweise sehr brutal und hart, und besonders McCoy ist mit seiner rauen Art und diesem dunklen Karma, das ihn umgibt, begleitet und nie – wirklich nie – loslässt, sehr unterhaltsam zu lesen.

Havers, Die Story an sich ist gradlinig geplottet, düster, stellenweise harte Kost, dem „Tartan Noir“ zuzuordnen. 


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