eine eigene zukunft, duenas

“Ein Buch über drei starke Frauen, die sich einen Platz in der Fremde erkämpfen, über Familienband und den Glanz der ersten großen Gefühle.” (Klappentext)

Wir schreiben das Jahr 1935. Es ist die Vorkriegszeit. Emilio Arenas ist Familienvater und regelmäßig auf dem Meer unterwegs. Dabei landet er in New York in einem Lokal. Durch ein Gespräch erfährt er, dass der Besitzer zurück in seine Heimat will und das Geschäft verkauft. Somit trifft er eine Entscheidung, die nicht nur sein Leben, sondern auch das seiner Frau und den gemeinsamen Töchtern grundlegend verändern wird: Er kauft es, ohne zu wissen, wie er jemals das Geld zurückzahlen soll. Somit zieht Familie Arenas kurz darauf, im Jahr 1936 nach 11 Tagen eisiger Schiffsreise, in ihr neues Domizil.

“Immer noch waren sie von Kopf bis Fuß in Schwarz: Schuhe, Strümpfe, Schleier, Mäntel.” (S.9)

Emilio stirbt. Es ist ein Unfall. Plötzlich und unerwartet. Von jetzt auf gleich, steht seine Frau mitsamt den Töchtern Victoria, Mona und Luz allein da. Vor Trauer wie gelähmt, realisieren sie langsam, dass sie nun das Geld verdienen müssen. Eine Reise zurück nach Spanien ist finanziell vorerst nicht möglich. Zu viele Schulden lasten auf ihren Schultern.Dabei wäre genau das ihr größter Wunsch: Weg aus der Fremde, die ihr Vater und Ehemann so toll fand, zurück in das wohlig schöne und bekannte Spanien.

Und jetzt kommt der Punkt, wo man sehen möchte, wie die Familie das Leben anpackt. Wie sie versuchen, auf ihre Art und Weise zu überleben und natürlich zu leben. Jeder macht sich auf die Suche nach einem Job. Man überlegt, was man aus der Gaststätte macht, wie man sie wiederbeleben kann. Man will das rauchige Flair der Küstenstadt spüren. Den harten Wind, der den Frauen ins Gesicht peitscht. Die Gefühle der Menschen fühlen und erleben, wie sie sich durchkämpfen!

“Die drei Arenas-Schwestern gingen am Abend nach der Beerdigung ohne ein Wort zu Bett.” (S.32)

Badum. Es passiert nichts. Okay, das ist gelogen. Der Alltag geht weiter, die Frauen erleben eine Menge Zuspruch und Fürsorge. Man greift ihnen unter die Arme und bietet ihnen Jobs an. Keine Stolpersteine, nur Liebe und reines Entgegenkommen. Zumindest bis zu dem Punkt, wo ich das Buch abgebrochen habe. Denn ich konnte es nicht fühlen. Das Buch blieb für mich kalt. Keine Emotion ist zu mir herüber geschwappt. Was nicht einmal an dem Inhalt lag. Ganz im Gegenteil, sonst hätte ich niemals zu diesem Buch gegriffen, was perfekt in die Aktion #wirlesenFrauen passt.

Es lag eindeutig am Schreibstil. Bereits zu Beginn, habe ich den Sprung von der Gegenwart (Beerdigung) in die Vergangenheit (Vater kauft Lokal) anfangs total verrafft und mich gefragt, warum der Mann, der gerade begraben wurde, plötzlich wieder auferstanden ist. Der Übergang war fast nahtlos. Hinzukommen die regelmäßigen Aufzählungen von Dingen und Dialoge, die von einer dritten Person, einem auktorialen Erzähler, berichtet werden. So ist die Mutter mit Sprechphasen und Gänsefüßchen markiert, die Schwestern dagegen antworten durch den Mund des Erzählers. So etwas kann als Stilmittel sicher genutzt werden, hier verfehlte es jedoch seinen Zweck. Die Figuren wirken unnahbar und kühl.

>> Von meiner Seite kein Lesetipp. Dank des Schreibstils, geht die wunderbare Ausgangslage in Unnahbarkeit verloren.


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Genre: Roman / VÖ: März ’19 / Verlag: Insel Verlag / Region: New York / Serie: Einzelband / Seiten: 585

erhältlich bei: hugendubel.de

Mein Dank an: vorablesen.de


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