Hier herrscht Spoilergefahr!

Inhalt:

Stürzte täglich ein Flugzeug ab, würde man auch etwas tun, oder?

In eine Boeing 787 passen ungefähr 250 Menschen. Genauso viele Menschen sterben in den USA täglich an Opioiden, also an Schmerzmitteln wie etwa Oxycodon, Vicodin oder Fentanyl. In der Altersgruppe der unter 50-Jährigen stellt die Überdosierung von Schmerzmitteln oder Drogen mittlerweile die häufigste Todesursache dar, noch vor Waffengewalt oder Verkehrsunfällen. Viele der Süchtigen bekamen die Medikamente anfangs von ihrem Arzt verschrieben, etwa nach einer Operation oder einer Sportverletzung. Von den hochwirksamen Mitteln kamen die Patienten dann nicht mehr los. Millionen Amerikaner sind somit durch Opioide auf Rezept in die Abhängigkeit geschlittert. Die Pharmakonzerne, die diese neuartigen und hochintensiven Schmerzmittel in den 1990er-Jahren in den Markt gedrückt haben, spielten und spielen die Risiken einer Sucht herunter. Milliardenprofite stehen im Raum. [Verlagsseite]

Leseabschnitte:

(1) Beginn bis 135 (Abschnitt 1)
(2) 139 bis 242 (Abschnitt 2)
(3) 245 bis 382 (Abschnitt 3)
(4) 383 bis Ende (Epilog)

Mitleser:

Andrea & Ich


Wer mitlesen möchte, ist jederzeit willkommen!


 

16 thoughts on “|Leserunde| “Dopesick”

    1. Puh ersten Abschnitt geschafft.
      Da bin ich ja echt gespannt, was du sagst und wie es weitergehen wird.

      Auf den ersten 30 Seiten haben ich mir einige Stellen markiert. Schon erschreckend. Die zeitlichen Rückblicke auf die “Erfindung” der bösen Mittelchen fand ich sehr interessant. Auch das einige deutsche Namen auftauchen.

      Dann muss ich aber sagen, wurde es recht trocken. Also OxyContin erscheint mind in jedem dritten Satz. Ich selbst habe noch nie von gehört. Aber wir haben da glaub ich auf dem deutschen Markt andere böse Mittelchen.

      Wieso reizt dich dieses Thema persönlich?
      Ich bin neugierig, weil ich als Schmerztherapeutin ja nun viele Patienten habe, welche sich “volldröhnen” und vom gespannt, wie das thema hier weiter umgesetzt wird.

      Ich hoffe, dass es aber nun nicht nur um dieses eine Medikament geht und um das verklagen der Gründer.

      Ich lasse dich erstmal zu Wort kommen und agiere dann nochmal drauf…

      1. Hier in Deutschland bin ich manchmal echt schockiert, wie leichtsinnig Ärzte mit Antibiotika umgehen. Und Menschen/Patienten selbst sich Paracetamol/Iboprofen wie Smarties reinwerfen o_O

        Ja, die Thematik ist trocken. Zeitweise fürchterlich trocken und dann kommt da wieder ein Abschnitt (der Kampf des Ärzte-Pärchen), der sich in einem Rutsch lesen lässt.

        Ich war ja etwas verwundert, da sie anfangs groß erzählt, wie schwer es war ins Gefängnis zu kommen – zu diesem Dealer – und dann CUUUUT wechseln wir zu den Ärzten und Opfern. Dachte gibt noch was vom Dealer …

        Inhaltlich ist das ja echt hart. Es schmerzt beim lesen zu sehen, wer da alles (unwissentlich) gestorben ist und wie wenig dagegen gemacht wird. Die Lobby der Medikamente ist extrem mächtig in Amerika. hatte da schon mal ne Doku zu gesehen, glaube auf netflix?! Daran hat mich der Kampf der Opfer erinnert und die Szenen, wo Ärzte mit Kugelschreibern, Essen und Prämien bestochen werden. Ekelhaft.

      2. Ich fand vor allem den ersten Abschnitt zeitweise auch sehr trocken und wie du schon sagst, solche Bücher lesen sich nicht so einfach. Abschnitt 2 liest sich besser, finde ich.

        Ja, auch in Deutschland spielt die Pharmaindustrie eine große Rolle.
        Ich habe als Kind selbst “drunter gelitten”. Meine Mutter arbeitet in der Branche und ich war als Kind oft krank, heißt, vollgepumpt bis oben hin. Fazit ich habe heute sämtliche Medikamentenallergien, zb Penicillin, Nasenspray, Paracetamol.

        Ich selbst lasse mich selbst dem ich 13 bin nicht mehr impfen und habe seit dato wenn es hochkommt, 2x Antibiotika benutzt. Gott sei Dank kam auch bei meiner Mutter seither ein Umdenken.

        Ja und meine Schmerzpatienten sehen es als Muss und als unumgänglich an, sich 1x im Jahr stationär aufnehmen zu lassen, um ihre Morphindosis zu erhöhen.

    1. Wie schon angekündigt, hat sich dieser Abschnitt meiner Meinung nach etwas flüssiger lesen lassen. Das lag wohl daran, dass es etwas “persönlicher” wurde. Einige Mütter erzählen. Kann es immer gar nicht recht glauben, dass die meist nichts mitbekommen haben. Wenn ich an Drogen denke, sehe ich diese typischen “Opfer” vor mir :/
      Die gewisse Note bringen dann u.a. solche Geschichten wie von Metcalf mit sich. Ist er selbst in einem Suchthaushalt aufgewachsen. Hut ab vor der Mutter, die ihren Mann selbst ans Messer lieferte. Auch das Beispiel der beiden Metereologen. Krass! So kann man sich in Menschen täuschen bzw so gut können diese ihre Sucht verstecken.

      Ganz krass, aber das ist denk ich auch der Fall in Dtl. Wie viele Kinder heutzutage Medikamente bekommen. Allerdings weiß bzw glaub ich auch nicht, dass es diesen großen Schwarzschmarkt bei uns gibt, wo sie sich später ihre Sucht besorgen, wenn es zb kein Arzt mehr verschreibt.

      Dass es im Buch in den ländlichen Regionen zuerst Einzug genommen hat, hätte ich tatsächlich auch niemals vermutet. Drogen, da denke ich immer sofort an Großstädte und auch eher an Ärzte in Großstädten, die “übers Budget” verschreiben. So kann man sich täuschen. Das es hingegen auch die reichen Kiddis trifft, das kennt man nun aus Film und TV und tja, auch deren Leben scheint nicht perfekt, trotz Geld.

      Kleines Highlight waren wohl die Bilder. Nun hat man mal ein Foto vor Augen bzw zu den Personen im Buch, welche Erzählen. ABER einige kennen wir ja noch nicht. Die Fotos hätte ich mir lieber an Ende gewünscht. Sozusagen den Bildtteil zweigeteilt.

      1. Die persönliche Note hat mir auch gefallen. So lässt es sich gleich viel flüssiger lesen. Auch wenn ich ehrlich gesagt nicht so viele gleiche Beispiele benötigt hätte. Eltern sehen nix, bzw wollen es nicht sehen (das ist ja meine Theorie und wird auch gesagt) und dann stirbt das Kind. Ähnliches Spiel, andere Familie. Als Leser hat man schnell verstanden, dass es eine Kettenreaktion ist.

        Also ich denke bei Drogen/Tablettenmissbrauch nicht nur an Großstädte. Dort fallen sie halt schneller auf, da sie aus der Masse hervorstechen oder Bezirke als “Schandflecken” bezeichnet werden. Im Dorf fällts nicht so rasch auf und man kanns unter die Decke kehren :(
        Vor allem, wenn man dann noch schwarz ist und kein weißer wohlhabender Bürger. Da muss erst einen von denen dahinraffen, bis mal n bissl was passiert. Schlimm. Wirklich schlimm.

        Es gibt hier mit Sicherheit Tablettenmissbrauch. Da bin ich mir sehr sicher. Wenn du nicht das bekommst, was du brauchst, probierst du dich durch. Und es wird hier in Deutschland ebenfalls verschwiegen. Guck dich einfach in deinem Umfeld um (hatten wir ja oben schon) wie die Leute darauf reagieren. Kenne genug Menschen, die ne halbe Apotheke mit sich rumschleppen und sicherlich zu viel konsumieren.
        Hatte selbst mal ne Apotheke, die mir das zehnfache an Antibiotika rausgegeben hat, als eigtl aufm Rezept stand. (hab zwei genommen, und den Rest entsorgt)
        Die “Junkies” wissen, wie sie an ihre Mittelchen kommen.
        @reichen Kids: Man merkts doch bei den Promis die so zahlreich an Tablettenmissbrauch sterben :(

      2. Ja ich hab auf Anhieb auch zwei, drei Patienten im Kopf, die meiner Meinung nach schon ein Problem haben. Meine Augen blitzten nämlich im letzten Abschnitt, als das Wort Tramadol fiel. Nur dass es nicht verschreibungspflichtig ist?? Kann nicht sein. Will ich ebenso nachlesen

    1. Also dieser Abschnitt war mir irgendwie der liebste von allen. Man konzentriert sich auf eine Person (größtenteils) und bleibt auch bei ihr. Das hätte ich gerne bei jeder Figur gehabt. Denn durch dieses ganze Gespringe verliert man immer wieder den Faden und überlegt, wo der jetzt wieder dazugehört und wo der Zusammenhang besteht.

      Ma ne generelle Frage: Fußnoten müssen ja sein, wegen Quellennachweis. Guckst du dir so was an?
      Findest du das am Ende besser oder direkt bei den Kapiteln/Seiten?
      Ich selbst mag es bei wichtigen Hinweisen direkt unterm Text besser. Bei Quellen kann es gern am Ende stehn, mein – das waren hier über 300 Stück o_ô

      1. Der dritte war auch mein liebster Abschnitt, gerade weil es da ausschließlich um Ashlyn, Tess und Joey ging. Meine auch, so hätte man das ab Abschnitt 2 (bei den genannten Jungs) auch machen können. Abschnitt 1 war trocken ja, aber es waren auch mega viele Fakten.

        Jedenfalls hab ich mir einiges rausgesucht/ Wörter notiert, die ich vorm rezi schreiben nochmal nachlesen mag. Darunter: Suboxone, Obamacare.

        Zwecks Fußnoten habe die ersten 10 beim Lesen hinten gleich nachgeschlagen, aber viel stand ja nun nicht drin. Zum Sachverhalt lieber auf der Seite. Hier war es meiner Meinung nach zu viel.

      1. Ich musste tatsächlich auch ne kleine Träne wegdrücken, wie Tess geendet ist und was die Mutter ihr alles dazu gelegt hat.

        Wie fällt deine Bewertung aus? Bei mir werden es 4 Sterne. Fand es im ganzen schon gut vs. erschreckend

      2. Öh, glaub hab auf goodreads 5 gegeben. Was aber nicht heißt, dass es perfekt ist, sondern eher eine Lektüre ist, die man sich anschauen sollte, da das Thema totgeschwiegen wird – eben auch hier in Deutschland.

        Meine Kritikpunkte kennst ja und die werde ich in der Kritik auch betonen.
        (muss gleich ma gucken, aber das hatte ich auf GR glaube auch reingeschrieben :P)

        Ich hab mir viele Sachen markiert. Bin aber eh ein Noob in der Hinsicht, also ein Patient. Aber einer der mit offenen Augen durch die Gegen läuft und nicht alles in sich reinschmeißt >.<

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