Ein Australien-Krimi mit Rezept

Cato Kwong hat Fehler gemacht. Er hat falsche Entscheidungen getroffen und ist an Kreuzungen nicht immer den vorgeschriebenen Weg gegangen. Dabei ist das Versagen nicht einmal gänzlich seine Schuld. Man könnte es als unglückliche Kettenreaktion bezeichnen. Einst das Vorzeigegesicht der Polizei. Schaut her, wir geben auch ausländischen Mitbürgern eine Chance, wir integrieren! Später dann als Schandfleck in eine Provinzstadt namens Hopetown abgeschoben.

Was damals genau passiert ist und woher Kwong seinen Ruf hat, wird in dem Buch aufgeklärt. Sofern also eben lautstark die Alarmglocken für “Klischee!” angegangen sind, bitte wieder abschalten. Diesen Stempel hat der Mann nicht verdient. Ganz im Gegenteil, in Hopetown bekommt er eine zweite Chance. Ein menschlicher Torso ohne Kopf wird angespült. Schnell kommt der Verdacht auf, dass es ein Bergarbeiter der ortsansässigen Firmen ist. Kwong soll in dem Fall gemeinsam mit Tess Maguire und Jim Buckley ermitteln.

“Spricht man den Ortsnamen übrigens Hopetoon aus, wie Cartoon, oder Hopetown, wie die Stadt der Hoffnung?”, fragte er.
“Die älteren Einheimischen sagen Hopet’n, sie verschlucken also den letzten Vokal. Aber die Zugezogenen sind ihnen inzwischen zahlenmäßig überlegen, deswegen kannst du den Namen aussprechen, wie du willst, Hauptsache, du zahlst.” (S.53)

Schnell wird klar, die Lösung ist nicht so einfach. Nur weil man das Opfer identifizieren kann, heißt das noch lange nicht, dass der Fall gelöst ist. Zudem hat man immer mehr den Eindruck, dass etwas vertuscht werden soll. Ist die aufblühende Stadt Hopetown doch nicht so friedlich und freundlich, wie sie zu sein scheint? Man nennt den Fall übrigens “Fall Flipper”, da unter anderem Delfine bei dem Fund der Leiche eine Rolle spielen. Ironische Andeutungen findet man zudem gelegentlich in der Story, diese lockern das ernste Feeling zeitweise angenehm auf.

Das Buch hatte ich zufällig in der Buchhandlung entdeckt und gar nicht im Verlagsprogramm letztes Jahr gesehen gehabt. Dabei hat der Auftakt durchaus mehr Aufmerksamkeit verdient. Ein angenehmer Schreibstil, Charaktere, die man jetzt nicht zwingend ins Herz schließt, die einem aber so viel bedeuten, dass man ihren Weg verfolgen möchte und über Verluste leicht traurig gestimmt ist. Der Krimi hat etwas rauchig-verstaubtes. Er schneidet brisante Themen an und ist an manchen Stellen richtig derb. Genauso wünscht man sich spannende Unterhaltung!

“Sonntagmorgen. Hopetown schlief aus. Selbst den enthusiastischsten Anglern war es zu stürmisch, um sich hinauszuwagen.” (S.167)

Von daher wird es jetzt Zeit für das Rezept aus dem Buch. An einer Stelle bin ich über ein Gericht gestolpert, dass ich unter dieser Bezeichnung nicht kannte. Daher tippte ich erst auf einen Übersetzungsfehler. Aber nein, diese Speise gibt es wirklich. Es ist der “Kalte Igel”. Bei uns eher als “Kalter Hund” oder “Lukullus” bekannt. Der feine Unterschied sind hier die Mandeln, die wie Stacheln hineingesteckt werden. Ein kalter Igel eben. Das Rezept stammt aus der Familie und ist in der Form zahlreich in Rezeptbüchern zu finden.

Rezept für eine Kastenkuchenform:

300g Kokosfett
125g Puderzucker
45g Kakaopulver (pur, ungesüßt)
2-3 Eier
2 Pakete Butterkekse

Zubereitung:

  • Kokosfett langsam schmelzen lassen
  • Eier, Puderzucker, Kakao in einer Schüssel verrühren
  • Kokosfett langsam dem Gemisch hinzufügen (Ei darf nicht gerinnen)
  • zuerst eine kleine Kakaoschicht auf Boden der Kastenform veteilen, danach abwechselnd Kekse und Kakao aufschichten, bis die Masse aufgebraucht ist, als letzte Schicht sollten Kekse genommen werden (ist der Boden)
  • die fertige Form für mind. 2h in den Kühlschrank stellen, danach stürzen, in Scheiben schneiden und genießen!
  • Tipp: variabel mit Spekulatius und weißer Schokolade

kalter Igel, kuchen


Anzeige

Genre: Crime / VÖ: August ’18 / Verlag: Droemer Knaur / Region: Australien / Serie: Serienauftakt

erhältlich bei: Hugendubel.de