Drei Bücher wollen von mir noch vorgestellt werden. Sie stauben hier auf dem “to do Haufen” schon fast ein. Fast. Einmal kurz drüber gepustet und schon sind sie wieder sauber. Hausfrauentrick 5675. Sollte man sich merken! Zurück zum eigentlichen Thema dieser Aktion hier. Das älteste Buch wurde 1973 erstmals veröffentlicht, das jüngste 2017. Trotz ihres großen Altersunterschiedes haben sie eines gemeinsam: Es lohnt sich, sie zu lesen.

“Japan sinkt” von Sakyo Komatsu

Auf dem Cover steht “wissenschaftlich-phantastischer Roman” und genauso fühlt sich das Buch an. Wer aktiv auf netflix unterwegs ist und gelegentlich Anime schaut, dem wird der Titel eventuell bekannt vorkommen. Dort läuft aktuell eine Anime-Serie, die sich Japan sinkt: 2020 schimpft. Ja, ich habe sie geschaut. Komplett. Sie ist kein Meisterwerk, aber ich wollte ALLES sehen und hab es durchgezogen. Danach wollte ich unbedingt das Buch lesen. Die Vorlage für diese moderne, künstlerische Umsetzung, die die Meinungen extrem scheidet.

Lest das Buch. Okay, das sage ich oft. In dem Fall lege ich es trotzdem ans Leserherz. Ja, es ist wissenschaftlich und zeitweise trocken. Allerdings bietet es eine Menge Informationen, die nicht alle komplett fiktiv sind. Um was es in dem Buch geht? Nun, Japan sinkt oder eher droht zu sinken und einzig eine Gruppe von Wissenschaftlern ist dem wahren Grund auf der Spur. Versponnen mit persönlichen Schicksalen, liest sich das Buch nicht komplett zäh. Lohnt sich!

“Die Plotter” von Un-Su Kim

An was muss ich direkt denken, wenn ich “Plotter” höre? An das Schneidegerät, was äußert gerne im Nähbereich genutzt wird, um Bilder zu plotten, die man dann auf Stoffe drauf klebt. Hiermit hat das Bucher allerdings so gar nix am Hut. Nicht wirklich. Es geht eher um eine Art Elitekillerkommando, was im Untergrund agiert und gezielt Menschen beobachtet, deren Eigenheiten herausfindet und sie letztlich so umbringt, dass ihr Mord kaum auffällt. Geplante Morde. Plotter eben.

Blöd nur, wenn man als Killer mal seinen Auftrag nicht erfüllt und untertauchen muss, sich eine neue Identität zulegt und stets mit der Gewissheit leben muss, dass man irgendwann selbst auf der Liste steht. Oder es ist einem einfach egal. Das Buch ist ruhig und brutal zugleich. Diese Stimmung überträgt sich auf einen beim Lesen. Zwar ahnt man, wie alles enden wird, aber das ist hier vollkommen egal. Man will so lange, wie nur möglich an der Seite von Raeseng, dem main character sein. Lesenswert!

“After the Fire” von Will Hill

Wie beschreibt man ein Buch, wo man eigentlich gar nichts dazu sagen möchte, damit man dem Hirn gar keine Gelegenheit gibt, darüber nachzudenken. Sondern das Buch einfach während des Lesens wirken soll? Gar nicht. Muhahaha! Gut, ganz so gemein bin ich nicht. Ein paar Häppchen kann ich hinwerfen. Es geht um eine junge Frau, die heftige Jahre durchleben muss. Allerdings wird sie sich der Heftigkeit erst bewusst, als sie – eher überraschend und plötzlich – ein komplett neues Leben beginnen muss.

Da sind Machenschaften am Werk, die man sich gar nicht vorstellen will und dennoch in der Gegenwart allgegenwärtig sind. Man liest davon in den Medien. Das Böse hat viele Gesichter. Ganz oben steht immer jemand, der die Fäden in der Hand hat und leitet. Egal ob die Richtung gut oder böse ist, man muss die “Wahrheit” nur glaubhaft vermitteln. Ängste und Hoffnungen zugleich schüren. Wenn man isoliert lebt, gerät man wohl eher in die klebrigen Fäden dieser Mächte, als unisoliert. Berührend und fesselnd zugleich. Unbedingt lesen!

3 bücher meinungen sept


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