Kurz & Knackig kommentiert

Abigal ist eine äußerst gute Fotojournalistin. Für gute Fotos reist sie quer durch die Welt und ist sich nicht zu schade, im Dreck zu liegen. Dabei ist es ihr wichtig nicht reißerisch zu sein, sondern die Wahrheit abzulichten. Jetzt ist plötzlich Erbin eines schottischen Anwesens geworden. Mitsamt einer noblen Whisky-Destillerie. Nur hat sie damit so gar nichts am Hut. Aber einfach verkaufen? Und dann noch dieser Argwohn in dem kleinen Dorf, weil sie eine Frau ist. Frauen leiten schließlich kein Whisky-Unternehmen. Ausrufezeichen.

“Mich schauderte ein wenig. “Duffs Wörter sind mir laut und deutlich in den Sinn gekommen, als ich ihn kennengelernt habe”, gab ich zu. “Schlau, abwehrend und tief versunken.” (S.89)

Sie muss sich allerdings nicht nur mit Vorurteilen herumschlagen, sondern auch noch mit einer Leiche. Ein Zufall oder ein bewusster Akt? Jedenfalls hat sie eine Menge Papierkram an der Backe und darf nun entscheiden was mit dem Anwesen geschieht. Ihr besonderes Talent, Menschen innerhalb kürzester Zeit mit 3 prägnanten Wörtern einschätzen zu können, ist ihr dabei eine gute Stütze.

Wie an dem obigen Zitat schon ersichtlich ist, das Buch “Whisky mit Mord” ist aus der Sicht der Fotografin geschrieben. Melinda Mullet hat einen lockeren Schreibstil, der einen flüssig durch das Werk führt. Ein feiner Krimi, der ohne seltsam verschrobenen ErmittlerInnen auskommt. Stattdessen steht sie – Abigal – im Vordergrund und eben der Whisky. Wer hier Vorwissen hat, kann es wunderbar auffrischen oder eben neue Dinge lernen. Wirklich ein Whisky mit Mord!

Ich habe das Buch als Einzelband angesehen und danach entdeckt, dass es ein Auftakt ist. Aktuell gibt es im Original vier Bände. Aus Neugierde werde ich sicher mal in den nächsten Band “Whisky für den Mörder*” reinschauen. Ebenfalls im Aufbau Verlag erschienen.

| Feine Unterhaltung für die ruhige Lesestund.

whisky mit mord

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Genre: Crime / VÖ: März ’17 / Verlag: Aufbau Verlag* / Region: Schottland / Serie: Band 1

erhältlich bei: hugendubel*

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