Immortal. Unsterblich. In “Blade of the Immortal” geht es um das, was der Titel aussagt. Wobei es direkt aus dem japanischen übersetzt 無限の住人 – Bewohner der Unendlichkeit, dem Inhalt noch näher kommt.

Worum geht es?

Manji ist ein Ronin, ein herrenloser Samurai, der ruhelos durch die Welt streift. Wie gerne würde er das Zeitliche segnen. Doch er ist dazu verdammt zu Leben. Kessenchu, kleine Blutwürmer leben in seinem Körper und sorgen dafür, dass er niemals verblutet oder gar Körperteile verliert. Alles fügt sich stets zusammen.

Es gibt eine Möglichkeit diesem unendlichen Kreislauf zu entkommen. Manji muss 1.000 Verbrecher töten. Danach wird er erlöst. Nichts leichter als das! Pustekuchen … Immerhin hat er recht schnell seiner erste Auftraggeberin: Die 14jährige Rin, die die Ermordung ihres Vaters und Entführung der Mutter rächen will. Das wären schon einmal 30 Verbrecher. Fehlen noch 970.

Der Zeichenstil

In den Zeichenstil habe ich mich direkt verliebt. Ich bin ja eh ein Fan von Geschichten um und über Samurai, daher war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis ich diesen Manga hier verschlingen werde. Bereits vor Erscheinen dieser Neuauflage, habe ich emsig gesucht und Angebote beobachtet, da ich sie mir gebraucht holen wollte. Dann kam die Ankündigung, dass Cross Cult “Blade of the Immortal” in einer Perfect Edition auf den Markt bringt und ich übte mich in Geduld bis zum Erscheinungsdatum.

Der skizzenhafte Stil mit feinen Schraffuren, erblickte mit dieser Geschichte zum ersten Mal im Jahre 1993 in Japan das Licht der Welt. Bis heute hat er sich extrem gut gehalten. Realistisch wirkende Gesichtsausdrücke, Blut, was in in jede nur erdenkliche Ritze fließt und gelegentlich ein paar (sarkastisch) humorvolle Momente, die das wilde Gemetzel auflockern.

Eine Besonderheit in der Neuauflage ist, dass das Swastika der Indus-Kultur nicht retuchiert wurde. Im zweiten Weltkrieg wurde seine Symbolik von Hitler für seine Zwecke missbraucht. Die Geschichte jedoch spielt in der Zeit des Edo, in der noch nicht einmal an Hitler zu denken war. Entsprechend hat es noch seine unbefleckte Bedeutung des Friedens, der Harmonie und natürlich der Unendlichkeit.

Bisher sind mir hierzu keine kritischen Stimmen untergekommen. Ich persönlich finde es gut, dass das buddistishce Symbol seinen vollen Einsatz erleben kann und nicht nur als ein schlichtes Kreuz zu sehen ist.

Was halte ich von dem Manga?

Wildes Gemetzel, Blut, Verschwörungen, Rache, Humor, kleine gehässigen Nonnen, Blutwürmchen, Flüche – soll ich weiter Aspekte aufzählen, die mich glücklich machen? Dazu eine Geschichte, die dichte hat und nicht aus dem Ärmel geschüttelt ist. Vieles erinnert dabei an Kenshin. Ebenfalls ein herrenloser Samurai, der durch die Gegend streift und so manch fiesem Gegner gegenüber steht.

Blade of Immortal wurde bereits verfilmt. Als Anime und Realverfilmung. Letztere habe ich mir erst vor kurzem angeschaut. Optisch wirklich ein Meisterwerk. Allerdings haben die Charaktere emotional nicht die Tiefe erreicht, wie ich sie im Manga gespürt habe. Dort gingen mir die emotiononalen Ausbrüche deutlich mehr ans Herz.

Mir hat der Auftakt ausgesprochen gut gefallen. Viele Seiten, viel Geschichte, viel Action und dazu ein Samurai, der einfach nur in Frieden einschlafen möchte, da er genug von der Welt hat. Das hat genau meinen Nerv getroffen und ich bleibe natürlich am Ball!

433 Seiten
Oktober 2020 veröffentlicht bei Cross Cult*
Band 1 von 10, Paperback
schwarz/weiß, inkl. Farbseiten am Ende + Schutzumschlag
von Hiroaki Samura

Genre: Seinen, Mythologie, Action

auch besprochen bei Lost in Manga*

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