Der Japanuary ist in der letzten Woche angekommen. Daher folgt heute meine fünfte kurze Filmbesprechung des Films “Sweet Bean” (あん) oder auch “Kirschblüten und Rote Bohnen”. Aktuell auf amazon prime verfügbar.

2015
Genre: Drama
Regie: Naomi Kawase
Dauer: 113 min
zu letterboxd*
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Um was geht es?

Sentaro, ein Mann mittleren Alters, wurde aus den Gefängnis entlassen. Er versucht mit seinem alten Imbis wieder Fuß zu fassen und sich seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Seine Spezialität sind Dorayaki. Kleine Küchlein mit süßer Rote Bohnenpaste. Am ehesten optisch vergleichbar mit zwei kleinen Pancakes, übereinandergelegt und als Füllung die süße Paste. Sehr lecker!

Das Geschäft läuft mehr schlecht als recht. Eine ältere Dame, die sich später als Tokue vorstellt, bietet an, für ihn zu arbeiten. Für geringes Geld. Sie möchte einfach nur arbeiten. Doch Sentaro lehnt höflich ab. Aber Tokue bleibt, mit ihrer sanften und bestimmten Art, hartnäckig. Zudem spricht sie immer wieder von ihrer Spezialpaste, die sie herstellen kann. Damit ködert sie ihn letztlich und die Zwei werden sich einig.

Kaum läuft der Laden an, kommen erste kleine Seitenhiebe an den Inhaber heran. Tokue hat doch Lepra. Stell sie nicht ein, das ist nicht gut. Sie gehört hier nicht hin. Sie muss in eine Einrichtung. Und so weiter … Ob er standhaft bleibt? Eine mentale Hilfe ist die Schülerin Wakana, die jeden Tag den Laden besucht und alles mitbekommt.

Wie hat er mir gefallen?

Ich hatte den Film “Sweet Bean” bereits im letzten Jahr einmal geschaut, leider war ich zu dem Zeitpunkt etwas müde und habe die Hälfte nicht mitbekommen. Diesmal war es anders. Der Film ist ruhig. Er wird in einem leisenTon erzählt. Es ist also ungünstig ihn todmüde zu gucken. Berichtet wird von drei Schicksalen, wobei das von der alten Dame immer mehr in den Vordergrund rückt.

Kritik an der damaligen Behandlung von Leprakranken und auch noch in der Gegenwart ist deutlich herauszuhören. Dazu die Ansichten von Sentaro, der noch eine Menge lernen muss … der Film geht emotional tief , berührt einen zunächst sanft und haut später nochmal gut rein. Man ahnt diesen Plottwist zwar, dennoch kommt er plötzlich daher.

Der Film basiert auf dem gleichnamigen Buch von Durian Sukegawa. Erschienen 2016 im Dumont Verlag. Das Buch ist bisher nicht bei mir eingezogen, wird es aber bald machen, sobald ich hier einen Schwung Bücher gelesen habe. Als Belohnung quasi. Danach kann ich vergleichen, wie gut das Buch umgesetzt wurde.

Von mir gibt es eine Empfehlung für den Film. Er berührt einen mit seiner Liebe zur roten Bohnenpaste und eben Dorayaki. Man will sie danach in all ihren erdenklichen Formen einfach nur noch essen. Gepaart mit drei menschlichen Schicksalen, gibt “Sweet Bean” ein rundes Werk ab.

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3 thoughts on “|Japanuary| “Sweet Bean”

  1. Ich liebe diesen Film so sehr! Das Buch hatte ich vor 2(?) Jahren auch nachgeholt. Ich mag beide Versionen. Im Buch finde ich die Schicksale und Beweggründe der Figuren besser und auch die Situation der Leprakranken (und Kritik am Umgang mit ihnen) deutlich stärker in den Fokus gerückt. Der Film dagegen berührt mit seiner ruhigen Atmosphäre, hat intensivere Bilder und macht einfach viel Appetit auf Dorayaki :D

    Ich bin gespannt, wie deine Gedanken zum Buch ausfallen und wünsche dir schon jetzt eine tolle Zeit damit!

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