Im Jahre 1979 wurde ein Film uraufgeführt, der bis heute nicht seinen schaurigen Charme verloren hat. “Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt”, um den klangvollen deutschen Titel einmal komplett zu nennen, mit Sigourney Weaver in der Hauptrolle. Nun gibt es einen Comic zu der Urfassung. Ob der was kann?

Worum geht es?

Die Crew des Raumschiffes SNARK empfängt, während sie eigentlich schon zurück auf dem Weg zur Erde ist und in Freudenträumen über ihre Ankunft schwelgt, ein fremdes Signal. Das System weckt sie sofort aus ihrem Kälteschlaf. Verwundert über die fehlende Aussicht auf die Erdkugel begibt man sich auf Ursachensuche und stößt auf ein verschlüsseltes Signal von einem winzigen Planeten.

Eine kurze Beratung später, beschließt man, dem auf den Grund zu gehen und macht einen Zwischenstopp. Nach der Landung schlüpft ein Teil der Crew in ihre Raumanzüge und nähert sich zu Fuß dem Signal. Plötzlich stehen sie vor einem fremdartigen Raumschiff. Der Erforscherdrang packt die 3-köpfige Crew und man dringt in sein Inneres ein.

Parallel dazu hat der Computer des Raumschniffs SNARK die seltsame Botschaft entschlüsselt. Anstatt eines Hilferufes oder eine schlichte Nachricht, ist es das komplette Gegenteil: Eine Warnung. Sofort informiert man die Kollegen auf ihrer Kontrolltour. Doch es ist zu spät. Sie befinden sich in einem Funkloch und nähern sich bereits dem Kern des Raumschiffs, wo etwas auf sie wartet.

Alien – Die Urfassung

Die Erzählweise

Ist recht angenehm. Wer den Film kennt, wird auch nicht sonderlich überrascht werden. Man entdeckt den fremden Planeten mitsamt Signal, wechselt sich mit den Ansichten an der SNARK und auf dem Planeten stetig ab und baut so einen guten Spannungsbogen auf. Selbst wenn man weiß, was kommt, fiebert man mit. Danach flaute das Feeling für mich allerdings ab.

Das Übel nimmt seinen Lauf und man liefert sich eine Hetzjagd um Leben und Tod. Das passiert so schnell und schematisch, dass Emotionen gar nicht die Chance hatten aufzukeimen. Die einzige Konstante ist die (namenlose) Katze. DIE hatte ich immer im Visier!

Alien – Die Urfassung

Jetzt die große Rätselfrage: Ist der Comic anders als der Film? Immerhin hat man das Original Drehbuch in seiner usprünglichen Fassung adaptiert und nicht den Film. Nun. Jain. Die Grundstory ist gleich. Es wurden sogar berühmte Szenen 1:1 übernommen. Unweigerlich hat man dabei den Film vor dem inneren Auge und vergleicht unbewusst. Neben dem Charakterdesign, ist das Alien selbst optisch anders. Das einzige Wesen – neben der Katze – was mir wirklich gut gefallen hat. Diese spitzen Krallen und “Fühler” haben was.

Ansonsten hat mich der moderne Zeichenstil nicht sonderlich vom Hocker gehauen. Da lässt mich der Film mehr erschaudern mit seiner Atmosphäre, als das fast klinische Design hier. Mehr Tusche oder Bleistiftzeichnungen hätten dem Werk sicher gut getan. Was ebenfalls störend ist, dass das Ende wie gequetscht wirkt. Für mich der interessanteste Part, rasch zusammengeschustert, ein Panel reiht sich an das Nächste und hat kaum Zeit sich zu entfalten.

Alien – Die Urfassung

Was halte ich von dem Comic?

“Alien – Die Urfassung”, hat mich nicht so überzeugt, wie erhofft. Der neue Touch des Alien selbst ist eine nette Augenweide, die sich nicht verstecken braucht. Ansonsten wäre es wohl besser gewesen – oder praktischer – wenn die Künstler nicht den Alienfilm und Bilder daraus kennen würden. So wird man unweigerlich von ihm beeinflusst, egal wie stark man sich an das Ursprungsmaterial hält. Oder, was natürlich auch möglich ist, das Ur-Sript ist einfach schon so gut, das eine neue Comicadaption kein frisches Licht am Horizont erscheinen lässt.

Letztlich ist dieser Einzelband eine Lektüre, die Bock auf die Filme macht. Ich habe jedenfalls Lust auf einen Rewatch. Mal wieder. Mit der maunzenden Katze Jonesy!

112 Seiten
Dezember 2020 veröffentlicht bei Cross Cult*
Einzelband, Hardcover
komplett in Farbe
von Cristiano Seixas und Guilherme Balbi

Genre: Horror, Mystery, SciFi

auch besprochen bei Nerd mit Nadel*

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