von Carole Stivers

Kurz & knackig kommt hier meine Meinung zu “Der Muttercode“. Einem Einzelband.


Rezensionsexemplar

Worum geht es?

Wir begeben uns hier in eine fiktive Zukunft, in der die Menscheit sich einst selbst fast komplett ausgerottet hat. Ein Experiment ist fehlgeschlagen, hat sich selbstständig gemacht und konnte nicht rechtzeitig versiegelt werden. Kurzerhand wird ein Notfallplan in Gang gesetzt. Eine Art Medikament – in geringer Stückzahl – wird hergestellt, damit ein Bruchteil der Menschen überleben kann. Zeitgleich werden Frauen gebeten ihre Charakteristika und Psyche offen zu legen. Der Muttercode wird geboren. Aber wofür? Was nützt er, wenn die Menschheit nichts mehr existiert?
Eigen dafür entwickelte Roboter, mit “Brutkasten” sollen die befruchteten Eizellen austragen und somit den Fortbestand ermöglich. Ob das wirklichreibungslos funktioniert?

Was passiert dann?

Als erstes möchte ich an dieser Stelle eine Warnung aussprechen: Nicht den Klappentext lesen!
Was dort steht, womit man quasi “heiß” gemacht wird auf das Buch, passiert erst nach 3/4 der Handlung. An der Stelle kann ich ein leises “Leider!” einfügen. Carole Stivers wirft eine nette Idee in den Raum, in Bezug auf die Fortpflanzung und den Muttercode. Dass die Menschen sich selbst zu Grunde richten, ist in der Realität und Fiktion keine Seltenheit mehr, vor allem in Bezug auf Ausbrüche, die so gar nicht geplant waren. Wie konnte das auch nur passieren?! Menschenskinner!

Sarkasmus beiseite. Die Entwicklung, die Ideen, alles wundervoll, ich war voll drin und klebte an den Lippen der diversen Personen. Aber sie erreichten mich nicht. Die Emotionen hielten sich recht bedeckt und wollten nicht so recht aus der mollig waremn Koje herauskommen. Eigentlich schade, denn so verpassten sie die neuartige Evolution die hier vonstatten ging.
Sollte jemand an dieser Stelle den Klappentext DOCH gelesen haben. Bitte nicht enttäuscht sein, Gewalt und Kampfbereitschaft kommt recht dezent vor und sorgen nur für ein geringes ansteigen des Pulses. Stattdessen widmet sich die Autorin lieber weiter den Verursachern (und Verursacherinnen?) der Zerstörung und deren versuch alles mit kleinen Pflastern zu heilen.

Der Clou – der Muttercode – hätte deutlich mehr Raum gebraucht und nicht nur ein Viertel des Buches. Freie Entfaltung hätte sicher einiges retten können. So wirkten viele Szenen bekannt und wenig überraschend. Ebenso Charaktere die sich mehr in das Gedächtnis einbrennen. Bei der Reflexion der Szenen für diese Kritik hier, ist mir nichts markantes in Erinnerungen geblieben. Alles wirkte zu geradlienig.


Das Buch “Der Muttercode” klingt anfangs absolut vielversprechend. Allein das Cover lockte mich bereits hinter dem Ofen hervor und machte neugierig auf mehr. Ein Verbindung, eine Liebe, die nicht getrennt werden will. Dazu die Zerstörung, die Ohnmacht und das verherrende Aussterben, wegen einer Dummheit. Guter roher Stoff, aus dem einiges gezaubert werden hier. Jedoch wirkte die Umsetzung zu lauwarm. Da wird man mit einem heißen aromatischen Tee angelockt und bekommt eine kühle bittere Flüssigkeit.
Schade – wirklich schade – ich hatte mich auf spannende Lektüre gefreut und sie nicht bekommen. Daher kann ich an der Stelle keinen Lesetipp ausprechen.

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VÖ: Juli 2021 bei Heyne Verlag*
Seiten: 416

Amerika
Crime, SciFi
Einzelband
Der Muttercode – Buchcover

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