Kennt ihr das, wenn ihr ein super schönes Cover entdeckt, euch wahnsinnig auf das Buch freut und dann feststellen müsst, dass der Inhalt nichts mit dem Cover gemein hat?!  Vielleicht ist etwas storytechnisch hinein interpretierbar, aber man ist zu gutmütig genau das zu erkennen.

Dazu gehört auch “Mädchenjagd” von Nancy Taylor Rosenberg. Ein weiterer verwirrender Punkt ist der Buchtitel. Im Original “My Lost Daughter”, wird es in der deutschen Übersetzung direkt zur Mehrzahl und bösen Jagd. Liest man das Buch, wird man schnell merken, woher dieser Titel kommt. Schließlich scheint ein junger Mann mit Vorliebe junge Mädchen zu “jagen”. Allerdings zählen zu seinen Opfern auch Männer – Von daher ist es leicht irreführend.

Shana, die Tochter von Lily Forrester ist vermeintliche drogenabhängig und um ihr zu helfen, steckt ihre Mutter sie kurzerhand in eine gute Privatklinik.

Doch hier gilt mehr Schein als Sein. Die Jurastudentin hatte nie eine Drogensucht, wie Lily Forrester kurz darauf feststellen muss. Aber die Versuche ihre Tochter aus der Klinik zu holen scheitern kläglich, schließlich könne man nachweisen, dass es sehr schlecht um Shana steht, wie man ihr anhand von Bildern klar macht und schon ist Mutti besänftigt. Was für ein makaberes Spiel jedoch hinter den Klinikmauern gespielt wird und dass es häufig mysteriöse Todesfälle gibt, wird vertuscht.

Da hat wohl ein kleiner Psychopath seine Finger im Spiel.

Leider wird sich in diesem Buch an vielen Klischees bedient. Mutti Lily ist erfolgreiche Richterin und die Tochter Jurastudentin. Die Eltern sind getrennt und Shana gibt der Mutter die Schuld. Natürlich ist bei beiden auch die Psyche angeknackst, verbindet sie doch eine tragische Vergangenheit. Ziel ist es nun, die Wogen der verstörten Mutter-Tochter-Beziehung im Laufe der Geschichte zu glätten, wobei ihnen nur stetig ein kranker Mann in die Quere kommt.

Meiner Meinung nach versucht die Autorin hier, zu viele Sachen in ein Buch zu stecken. Es liest sich zwar flüssig und hat einen guten Spannungsbogen. Dennoch runzelt man zu oft die Stirn und ahnt eigentlich immer wie welche Szene enden wird, was das Buch vorhersehbar macht. Man kann es lesen, muss aber nicht.


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Genre: Krimi / VÖ: 2013 / Verlag: Knaur* / Serie: Einzelband


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