das schicksal ist ein mieser verräter, buchkritik, roman

Es geht um Hazel und Augustus. Beide haben Krebs. Sie lernen sich in einer Selbsthilfegruppe kennen und lieben. Ist bei Hazel durch die Sauerstoffschläuche, für jeden deutlich sichtbar, dass es ihr gesundheitlich nicht perfekt geht, merkt man Augustus nicht das Geringste an. In den Augen der Ärzte ist er geheilt – sagt er zumindest und Hazel glaubt ihm. Schließlich sprüht er vor Leben, warum sollte er lügen?Während Hazel regelmäßig mit Anfällen und Auspumpungen der Lunge zu kämpfen hat, steht ihr Augustus stets zur Seite und baut sie auf. Doch irgendwann kann man auch die schönste Lüge nicht mehr verbergen und das Schicksal nimmt seinen Lauf.

Es ist aus der Sicht von dem jungen Mädchen Hazel geschrieben. Ihr Ton ist sarkastisch und bitter. Man merkt schnell, dass sie ihre eigene Art hat, mit der Krankheit umzugehen. Dabei lässt sie auch nicht die Momente aus, in denen gezeigt wird, wie ihre Eltern damit umgehen. Eine liebende Mutter, die nur das Beste möchte und ein Vater, der nah am Wasser gebaut ist. Er kann seine Gefühle nicht so gut verbergen, wie seine Frau es vor ihrer Tochter macht und bricht des Öfteren in Tränen aus.

Aber letztendlich ist Hazel jedoch ein normaler Teenager, der auch mal austeilen kann und seine eignen Grenzen im Elternhaus testet. Was teilweise zu ungewollt komischen Situationen führt, schließlich ist das Schreien mit einer schwachen Lunge sehr schwierig.

“Das ist das Problem mit dem Schmerz”, sagte Augustus und sah mich an. “Er verlangt, gespürt zu werden.” (S.72)

Das Buch ist ähnlich einem Tagebuch aufgebaut, in dem das “Liebes Tagesbuch” und die Datumsanzeigen fehlen. Hazel berichtet aus ihrem Leben und lässt fast kein Detail ungenannt. Sei es ihre Liebe zu Augustus, ihre Anfälle, die ihr schwer zu schaffen machen, auch wenn sie dies nicht zeigen möchte, ihre Dankbarkeit den Eltern gegenüber oder die kleinen Freuden, die der Alltag für sie bereit hält.

Der Ton, der anfangs in dem Buch angeschlagen wird, setzt sich nicht konstant fort. Erwartet man einen Roman, welcher vor bitterem Humor sprüht, wird man leider enttäuscht. Natürlich ist dieses fiktive Schicksal traurig. Mit derartigen Krankheiten ist nicht zu scherzen. Dennoch hat mich das Buch nicht so berührt, wie es viele andere Leser berührt hat.

Beachtlich ist es, dass ein Autor (!) hier aus der Sicht eines Mädchens eine Geschichte wiedergibt und dabei sehr authentisch wirkt. Das ist ein Punkt den ich ihm auf jeden Fall hoch anrechne, so etwas schafft nicht jeder. Aber überzeugt hat mich das Buch trotz des flüssigen Schreibstils am Ende nicht. Es gibt zum Beispiel Momente, wo einfach übertrieben wird. War denn dieser Auszug mit dem mürrischen Autor notwendig? Sein Verhalten wirkt nicht glaubwürdig, vor allem als sich das Buch dem Ende zuneigt und er einen weiteren Auftritt hat. Schicksalswendungen hin oder her, es passte für mich nicht in das Buch.

Abschließend gebe ich dem Buch 5 von 10 Punkten.
Da mag nun der ein oder andere laut aufschreien. Aber wenn man sich schon an so ein ernstes Thema heranwagt und das auf diese versuchte humorvolle Art und Weise, erwarte ich weit mehr.


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Genre: Schicksalsroman / VÖ: Juni 2014 / Verlag: dtv / Serie: Einzelband


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