Kurz kommentiert

Sie haben nur einen Wunsch: Sie wollen ein gesundes Kind. Doch dann fordern sie das Schicksal heraus…Der vierjährige Sohn von Naomi und John Klaesson ist tot. Er starb an einer seltenen Genkrankheit. Die letzte Hoffnung der verzweifelten Eltern ist Dr. Leo Dettore. Er soll eine Kapazität auf dem Gebiet der Genforschung sein. Und ihnen zu einem gesunden Kind verhelfen. Einem Kind mit besonderen Fähigkeiten. Doch als Naomi schwanger wird, ist nichts mehr so, wie es einmal war. Und Leo Dettore ist verschwunden. Ein wahrer Alptraum beginnt.
[Fischer]

Meine Meinung: 

Eltern, die sich ein gesundes Kind wünschten, das ist nichts Unbekanntes. Wer möchte nicht, dass sein Sprössling frisch und munter ist und keine Gendefekte hat? Genau das ist auch der Grund, warum sich Naomi und John für eine Spezialbehandlung entscheiden. Sie tragen beide ein Gen in sich, was sie automatisch auf ihre Nachkommen weitervererben. Es schwächt mit der Zeit das Immunsystem und ist noch stärker als AIDS. Somit ist es verständlich, dass die beiden nicht noch ein Kind daran verlieren wollen.
Professor Leo Dettore ist der richtige Ansprechpartner für ihre Wünsche. Er wirkt vertrauensvoll und ist recht teuer, aber nach langen Tests und Fragerunden ist Naomi endlich überzeigt und kurz darauf erfolgreich schwanger.

Was danach kommt ist eine Kettenreaktion mit sehr langem Schwanz. Plötzlich ist der Doktor verschwunden und es treten erste Ungereimtheiten mit der Schwangerschaft, sowie mit dem “bestellten” Kind auf. Eine Familie wird ermordet, die ebenfalls an dem Experiment teilgenommen hat. Weitere Familien werden brutal hingerichtet. Alle stehen in gemeinsamer Verbindung zu dem Professor. Die Geschichte von John & Naomi kommt unerwartet an die Presse und letztendlich flüchtet das Paar ins Ungewisse.


Positiv:
+ Die Idee hinter allem. Designerkinder und welche Reaktion es hervorruft.
+ Das Paar Naomi und John. Ihre Probleme und Sorgen klingen recht realistisch und nachvollziehbar.
+ Der Schreibstil. Trotz der Fachbegriffe zu Beginn (siehe “Negativ”) lässt sich das Buch flüssig lesen.
+ Die Entwicklung der Geschichte. Es werden keine sonderlich großen Sprünge gemacht, sodass man nie den Anschluss verliert. Wie die Kinder aufwachsen und sich entwickeln bleibt somit nachvollziehbar.
+ Das Erzähltempo. Zwar eine “einfache” Story, aber dennoch spannend und zügig erzählt.
+ Die Auflockerung durch Tagebucheinträge von Naomi. Man lernt so ihre Gedanken und Ängste noch besser kennen.

Negativ:
Der Schwall an Fachbegriffen rund im die Thematik Genetik, der auf den Leser einbricht.
Die Kinder. Sie sind nach einer Weile einfach nur noch nervig. Was auch gewollt sein kann/wird um ihre Wesenzüge zu demonstrieren, dennoch war es störend.
Die Wende, die mitten in der Geschichte vollzogen wird. Glaubt man sich dem finalen Ende zu nähern und alle Anworten zu bekommen. Kommt eine plötzliche Wendung, die einfach überzogen wirkt.
Das Ende. Es überspannt ein wenig den Bogen. Weniger wäre mehr gewesen.

– /+ Der Spannungsbogen ist eine lange Zeit sehr konstant weit oben und flaut erst gegen Ende stark ab.

Zitat:
“Die Wissenschaftler behaupten, es ginge um Wissen, doch in Wahrheit geht es teils um Macht und Tod, hauptsächlich aber um Witelkeit und Gier.” (S.151)


Fazit: 

Mein größtes Problem hatte ich mit der aufgezählten Wende. Alles was danach kommt geht meiner Meinung nach schon eher in die Science Fiction Richtung. Im ersten Part hätte man dem Autor (fast) alles abgekauft, gemäß dem Motto “So sieht unsere Zukunft aus!”. Danach allerdings wirkte alles einfach nur noch abstrus.

Erinnert hat mich das Buch an zwei Filme: “Die Insel” und “THX 1128”. Vor allem wenn es um die Designerkinder geht. Die Thematik ist also faszinierend und erschreckend zugleich. Genau das hat Peter James in der ersten Hälfte wunderbar herübergebracht, aber wurde die Story einfach nur noch in den Sand gesetzt.


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Genre: Thriller / VÖ: Dezember 2012 / Verlag: Fischer / Serie: Einzelband


2 thoughts on “|Crime| “Nur dein Leben”

  1. "Die Insel", stimmt, da erinnert einen auch das Cover so ein bisschn dran, wegen der weißen Shirts. ^^ Find das Original-Cover zwar auch nicht dolle, aber immer noch besser als das der deutschen Ausgabe.

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