“Die schwere Metalltür schließt sich mit einem leisen, dumpfen Geräusch.” (Buchbeginn)

Ein Mann schlendert durch die Straßen. Will einfach nur abschalten von dem Alltagsstress. Zwei Mädchen auf dem Heimweg. Singend laufen sie den gewohnten Weg. In Gedanken versunken. Völlig unbesorgt. Zwei dunkle Gestalten gesellen sich zu dem unfreiwilligen Trio und es folgt eine Kettenreaktion, die das Leben aller verändert. Der Mann kommt völlig verstört und verdreckt daheim an. Die Mädchen nicht. Eines bleibt liegen und eines verschwindet. Genauso wie die dunklen Gestalten.

Wer hat nun was gesehen und was getan? Wer ist schuldig, wer unschuldig? Wieso stellt sich Jonas – der Mann – nicht der Polizei, sondern flüchtet förmlich vor ihr? Was verheimlicht er und wieso um alles in der Welt wird kurz darauf auch noch seine Frau Miriam entführt? Diese will er natürlich finden und trifft dabei auf die Hilfe von Kuno, einem Mann, den er in einer Bar kennenlernt. Na, wenn das nicht perfekte Voraussetzungen sind.

“Haben Sie schon mit jemanden gesprochen? Mit einem von meinen Leuten, meine ich.”

Ich schüttele den Kopf. “Nein. Ich komme gerade vom Arzt. Mir geht es nicht besonders heute Morgen.” […] “Nur ein grippaler Infekt, sagt der Arzt.”

“Im Sommer? Bei diesen Temperaturen?” Er mag erschöpft aussehen, aber seine Augen sind hellwach. (S.27)

Während Jonas in Ausreden Zuflucht sucht. Will die Polizei nur den grausamen Überfall aufklären und das vermisste Mädchen finden. Kommissar Werner hat direkt einer Vermutung, als er an der Schwester markante Brandwunden entdeckt. Es gab bereits solche Überfälle und immer hatte man sieben Tage Zeit, bevor die Leiche der vermissten Person gefunden wurde. Die Zeit rennt ihnen also davon.

Kurz darauf häufen sich die Indizien gegen einen bestimmten Personenkreis. Doch irgendjemand möchte nicht, dass sie dort nachbohren und unangenehme Fragen stellen. Es kommt also wie es kommen musste: Konflikte im eigenen Kollegenkreis bei den Beamten bahnen sich an. Dabei wird keineswegs mit Wattebällchen geworfen. Nein. Scharfe Worte und harte Konsequenzen stehen an der Tagesordnung.

“Und was machen wir jetzt?”, frage ich. (S.185)

Neben Jonas darf man noch einen Blick auf Eric und Buck werfen. Zwei bekannte Gesichter vom vorherigen Band . Vor allem Buch bekommt eine größere Nebenrolle, da hier die Ereignisse aufgeklärt werden, die sich am Ende in “Eric” angedeutet hatten. Diesen Ball fand ich geschickt vom Autor aufgefangen. Auch dass er die weitere Entwicklung, sowie Vergangenheit der beiden Charaktere aufzeigt. Näher fühlte ich mich ihnen trotzdem nicht. Eher im Gegenteil. Mein Unmut ihnen gegenüber ist gewachsen.

Das ist auch eines meiner Hauptprobleme mit dem Buch. Ich kann keinerlei Sympathie für einen Charakter entwickeln. Im Gegenteil. Was sicherlich auf der einen Seite gewünscht ist. Schließlich schürt das Buch Hass und Wut förmlich herauf. Mir war es aber gemeinsam mit der Korruption und dem ständigen Misstrauen zu viel. Ein wenig muss ich mich schon wohlfühlen und einen Strick haben, an dem ich mich sicher entlang hangeln kann. Zwar war hier die Wut weniger spürbar, als im Vorband, dennoch reichte es nicht aus um mich milde zu stimmen.

Mein zweites Problem ist der Stil. Nach ein paar Seiten bin ich so einigermaßen drin, aber auch nicht wirklich. Mir fehlen die Kontaktpunkte.Zudem hatte ich das Gefühl, dass das Mädchen hier des öfteren aus den Augen verloren wurde, und es eher um Miriam – Jonas Frau – und Buck mit seinem Geheimnis geht. Klar, Jonas heißt das Buch, also geht es auch um Jonas und nicht um ein Mädchen. Trotzdem ist sie, gemeinsam mit ihrere Schwester, der Auslöser der verkorksten Situation, die man hier präsentiert bekommt.

Letztlich kann ich leider keine Empfehlung aussprechen. So schwer es mir fällt und ich mir erhofft hatte den zweiten Band besser zu finden (was er in den Grundzügen auch ist), überzeugt hat mich “Jonas” dennoch nicht.


Genre: Crime / VÖ: Dezember 2017 / Verlag: Schardt Verlag / Seiten: 294 / Serie: Band 2

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