Eine Buchvorstellung im Rahmen der #sfvongestern Aktion

„Der fanatische Dr. Moreau führt auf einer verlassenen Insel Experimente mit Tieren durch, mit dem Ziel, aus ihnen Menschen zu machen. Sein haarsträubendes Vorhaben gerät jedoch zunehmend außer Kontrolle. – Wells’ gesellschaftskritische Dystopie erinnert an Romane wie Mary Shelleys ›Frankenstein‹. In ihr verhandelter den Konflikt zwischen der animalischen Natur und ihrer zwanghaften Unterdrückung im Zeichen der naturwissenschaftlichen Experimentierfreudigkeit des ausgehenden19. Jahrhunderts. “ [Inhalt]

(1) Welches Buch hast du in welcher Ausgabe gelesen?

Die Insel des Dr.Moreau“ von H.G. Wells
dtv (deutsch)
neu durchgesehen von Christine Mrowietz (2003)
Original „The Island of Doctor Moreau“ (1976)

(2) Wie hoch ist der Anteil an Science Fiction-Literatur an deiner Lektüre der letzten zwölf Monate. Du darfst schätzen.

15-20% ungefähr

(3) Warum hast du ausgerechnet dieses Buch gewählt?

Ich habe es im offenen Bücherschrank hier im Ort entdeckt. Da ich bisher nie diese Geschichte gelesen hatte, hab ich es direkt eingepackt und im Hinterkopf behalten, dass es perfekt für diese Aktion hier ist.

(4) Welche Teile der Story machen diese zu einem Science Fiction-Roman? Welche Thematiken werden behandelt?

Dieses Buch ist ein Mix aus mehreren Genres. Neben Horror und gibt es Elemente der Science Fiction, die nicht zu übersehen sind. Dabei meine ich die Experimente mit Tieren auf der Insel. Der Doktor will mit Hilfe diverser Praktiken neue Wesen erschaffen, die so nicht möglich sind. Dazu zählen Kreuzungen verschiedener Tierarten. Aber nicht über die Fortpflanzung, nein, über operative Vivisektion (Tierversuche) und ähnliches. Dabei wirkt es nicht so, als ob die Tiere vorher betäubt werden würden. Sie leiden unendliche Qualen (übrigens das Druckmittel ihnen gegenüber, sofern sie sich gegen den Doktor auflehnen wollen).

(5) Gab es Elemente, die zum Zeitpunkt des ersten Erscheinen des Romans noch als „Zukunftsmusik“ galten, heute aber in der genannten oder ähnlichen Form üblich, vielleicht sogar völlig normal oder auch schon wieder überholt sind?

Tierversuche. Die gab es damals und gibt (leider) immer noch heute. Sicher mögen sich die Bedingungen verbessert haben. Aber Labortiere haben kein Leben. Sie sind Versuchsobjekte, gefangen in den Klauen der Menschen. Was allerdings wirklich fiktiv ist, ist dass diese Wesen vermenschlicht wurden (Chimären). Nicht, weil ihnen Kleidung angezogen wurde. Eher weil sie plötzlich sprechen konnten und den Zweifüsslergang der Menschen nachahmten. Zusätzlich werden ihnen Gesetze eingehämmert, die sie daran erinnern sollen, dass sie sich an diese Regeln zu halten haben (aufrechter Gang, kein Fleisch fressen, etc). Sonst drohen ihnen erneute Qualen. Alles durch diese Operationen und Hypnose (?). Das ist in meinen Augen reine Fiktion.

(6) Erkennst du Parallelen zu anderen Romanen, Comics, Filmen oder Serien und falls ja, welche sind es?

Jain. Ich habe mir im Netz die Adaptionen angeschaut und keine wiedererkannt. Inselfilme, fiese Experimente am lebenden Menschen. Sicher, hab ich alles schon mal gehört. Aber da denk ich eher an Frankenstein und nicht an Doktor Moreau. Ja, die beiden sind sich verdammt ähnlich! Und Viktor Frankenstein wurde schon zahlreich adaptiert. Sei es in Serien (Penny Dreadful) oder in unzähligen Filmen.

(7) Bist du neugierig geworden auf die Thematik oder die AutorIn? Möchtest du dich weiter damit beschäftigen, vielleicht in Form von weiteren Romanen, Sekundärliteratur oder auch anderen Medien?

Klar. Ich kenne nämlich von H.G, Wells eher Romanverfilmungen und nicht seine Bücher. “Die Zeitmaschine” und “Krieg der Welten” hab ich schon länger vor mal zu lesen. Dazu kommt noch eine Comicversion aus dem Splitter Verlag, die ich schon länger im Auge habe.

(8) Was hat dir gefallen und was nicht?

Mir hat der Aufbau der Geschichte gefallen. Man wird nicht einfach auf einer Insel platziert. Sondern liest quasi die Aufzeichnung eines Überlebenden, die sein Sohn gefunden hat. Fand ich gut gemacht. Schade war, dass man letztlich über die Praktiken nicht viel erfährt. Ich hätte gerne ein Kapitel gelesen, was sich nur dem Doktor und seinen Experimenten (im Detail) widmet. Stattdessen wird viel Zeit in die Anreise, Flucht und Angst von Mister Prendick investiert.

(9) Hattest du besondere Erwartungen an das Buch oder sogar Befürchtungen? Wenn ja, welche waren dies und wurden sie erfüllt beziehungsweise im Falle von Befürchtungen, bestätigt?

Nein. Was für Erwartungen soll man an so ein Buch haben? Ich wusste ungefähr was mich erwartet und habe teilweise sogar mehr bekommen (Randstory).


weitere vorgestellte Bücher von mir zu der Aktion: “Schöne neue Welt“, …


Das ist eine Aktion von Sandra* und Sascha*. Jeder kann mitmachen und mitlesen. Es ist kein zeitliches Limit gesetzt. Alle „Bedingungen“ findet ihr in diesem Beitrag *klick*

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