writing friday

Es ist wieder Creative Friday!

Neue Aufgabe, neues Glück! Diesmal ein ganz ungewöhnliches Interview zwischen einem Mann und einem Kühlschrank. Da durfte die Kreativität sich mal wieder ordentlich austoben!

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> Dein Kühlschrank wird über dein Essverhalten interviewt. Schreibe das Interview auf.


*raschel* “So, bringen wir es rasch hinter uns, bevor ihre Besitzerin wieder zurück kommt.” Das Geraschel von Papier ertönt erneut. Diesmal klingt es näher, als hätte sich die Person mitsamt den Papieren zu dem Mikrofon gebeugt. “Ehm, Kühlschrank. Wie soll ich sie eigentlich nennen?” Es geht los. Gespannt beuge ich mich zurück und lausche dem Dialog.

“Freezer.” Blechern kommt die Antwort. “So wollte ich schon immer mal genannt werden.” Gekicher.

“Gut, Freezer. Wie geht es ihnen heute?”

“Och, du. Ich fühl mich etwas eckig und frisch ist es heut. Glaub da hat einer an meinem Rädchen gedreht. Das ist nicht meine gewohnte Temperatur.” Ein Klacken erklang, gefolgt von einem Brummen. “Da, es kühlt schon wieder! Normal springt der Regler nicht so schnell an!”

“Wenn sie möchten, werfe ich einen Blick darauf und – “

“Nein!” Wurde der Mann abrupt unterbrochen. “Da bin ich eigen. Ich lasse nicht jeden einen Blick in mein Innerstes werfen! Reicht, wenn ich hier über meine Besitzerin ausgehorcht werde…”

“Womit wir auch schon beim Thema wären. Was für Veränderungen sind ihnen in letzter Zeit aufgefallen?”

“Veränderungen? Hach! Wenn es die mal gäbe! Fast nur Joghurt, dieses komische isländische Quark-Joghurt-Gemisch und Hafermilch, wird in mir gelagert. Unten schrumpelt ein Salat vor sich hin und diese kleinen roten Dinger… wie heißen die nochmal? Die sind ein bissl scharf? Radieschen! Genau, die waren es.”

“Sie können also keinen Aufsprung auf den Gesundheits-Trip feststellen, der schon eine Weile kursiert?”

“Du meinst dieses Lacto-Bio-irgendwas-Zeug? Nääää! Das würd ich ihr vor die Füße schubsen. So was kommt mir nicht in den Magen! Bin ja schon froh, wenn sie mal ne neue Sorte Frischkäse mitbringt oder Stückkäse. Fein alt und ordentlich gereift. Moah! Der ist lecker, sach ich dir!”

“Haben Sie den Verdacht, dass Sie fremdgeht? Und es vor Ihnen verheimlicht?”

“Ob sie fremd geht? Auf was für absurde Gedanken kommst du da eigentlich? Ich bin ihr bester Freund. Jeden Morgen begrüßt sie mich und wühlt energisch in mir herum. Geht man so mit jemanden um, den man nicht mehr mag? Absurd!”

“Also ist kein anderer Kollege im Spiel?”

“Naja, abends muss sie ja auch was futtern. Auf Arbeit löst mich da sicher ein Kollege ab. Nur wieso sollte ich auf den eifersüchtig sein? Irgendwann kommt alles ans Tageslicht und ich trau ihr das nicht zu. Dafür werd ich zu regelmäßig gefüllt.”

Man hört wie ein Bleistift energisch über Papier kratzt.

“Was schreibst da eigentlich auf? Hast doch das Aufnahmegerät? Glaubst mir nich?”

“Ich- Das sind nur Gedankenstützen. Nichts Schlimmes. Sie helfen mir das Gespräch besser niederzuschreiben.”

“Glaub ich dir nich. Du glaubst mir nich. Willst meinen Kollegen aushorchen! Meine Besitzerin ist mir treu! Sie verheimlicht mir nix! Ich glaub es wird langsam Zeit, dass du gehst. Ich bin müde.”

“Oh, das stört nicht. Ich glaube ich habe alles Wichtige erfahren. Vielen Dank für Ihre Kooperetaion Herr Küh- ehm Freezer.”

Hastig wurde Papier zusammengschoben. Eine Tasche wurde geöffnet und kurz darauf wieder geschlossen. Im Hintergrund brummte der Kühlschrank vor sich hin.

“Wenn ich höre, dass du was Falsches erzählst, wird das Konsequenzen haben! Hörst du! Hey! Guck mich an, wenn ich mir dir rede! Hallo!”

Ein Stuhl wurde zurückgeschoben. “… ist klar. Als ob ein Kühlschrank meinen Ruf ruinieren konnte.” waren die letzten Worte, die das Diktiergerät aufnahm, bevor es ausgeschaltet wurde. Es stimmt also, was man sich erzählte. Da wühlte jemand in den Gewohnheiten fremder Menschen herum und versuchte ganz link, dunkle Geheimnisse auszugraben.


Die Aktion “Writing Friday” kommt von Elizzy


Viele meiner Texte entwicklen sich erst im Laufe des Schreibprozesses. Auch hier, hatte ich erst eine andere Idee im Kopf, aber irgendwie entwickelte sich dann doch alles anders.

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