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#LitcampBN18

Es war mal wieder soweit. Das zweite Litcamp in Bonn, hat die Bücherwürmer hinter dem warmen Ofen hervorgelockt und ins Literaturhaus gezerrt. Brav trudelten alle nach und nach ein, um sich mit sanftem Kaffee, sprudelndem Wasser und belegten Brötchen zu stärken. Denn als erstes stand natürlich die Vorstellungsrunde an. Schon Tage vorher wurde energisch gegrübelt, welche drei Hashtags einen wohl am besten repräsentieren. Ich war ebenfalls bestens vorbereitet. Kleine Notizzettel im Kalender sollten mich an alles erinnern.

Natürlich war dem nicht so. Hastig wurde der Name notiert und man fieberte dem Micro entgegen. Stand auf, murmelte hastig seine Hashtags und gefühlte zwei Sekunden später war alles schon wieder vorbei. Man konnte die Erleichterungswelle förmlich spüren. Nur waren wir Teilnehmer immer noch nicht raus aus dem Schneider. Immerhin organisierten wir diesen Event quasi selbst. Unsere Themen und Ideen. Unsere Sessions. Meine Session. Ja, ich habe mich getraut. In kleiner Runde, dat wird n Klacks!

“Oh, da muss wohl der Saal her.”

Was? Kleine Runde! Nix Saal! Meine Nerven liefen dezent Amok. Ich war doch gar nicht vorbereitet, hatte nur fix das Wesentliche zusammengescharrt und in den Beutel gestopft. Ermunternde Worte von meinen Groupies. “Das packst du!” “Wir feuern dich an!” Tiiiief durchatmen, Christin, du packst das! Vorher kam noch eine andere Session dran, mein Nervenbahnen konnten also etwas abkühlen. So lauschte ich als erstes den Worten von Vera und Edda über Pressarbeit. Erfahrung, Anreize und Tipps wurden gegeben. Ich bin kein Autor, fand den Vortrag dennoch interessant.

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12 Uhr. Die Stunde der Wahrheit. Die Toilette! Oh, Kinderiegel – Perfekt! Was trinken. Sitzen. Die Bühne ist so leer. Ach, verdammt da war ja was. Mein Kopf hatte zwischendrin schon einen Ablaufplan zusammengestellt. In dem Moment, wo ich den Mund aufmachte, war er wieder erloschen. Egal, ich plauderte drauf los. Kurz innehalten. Ein Blick auf die Uhr. Was? Erst 15 Minuten um? Verdamm mich nochmal! Okay, ruhig bleiben. Das packst du. Anreize aus dem Publikum und eine kleine Fragerunde später, stand ich am Flipchart und erzählte Rotkäppchen nach. Wobei selbst das nicht so einfach war. Steine im Bauch? Nein, das waren die Geißlein. Hat der Wolf beide gefressen? Wer schneidet die nochmal auf? Die unterhalten sich? Wat?

Nach 40 Minuten war es geschafft. Ich stolz und erleichtert zugleich. Fazit: Besser vorbereiten. Lindert die Nervosität. Spontan ist manchmal gar nicht so übel. Aber jetzt war es Zeit für Mittag! Suppe und Brezeln gab es im Vorjahr. Diesmal schien es ein ähnliches Menü zu geben. Man näherte sich dem Suppentopf. Langte nach der Kelle. Hielt inne und schüttete sanft ein wenig Suppe in die Tasse. Zwei Brezeln geschnappt und ab zur Essensanalyse. Püriert und dunkelgrün strahlte mich das warme Etwas an, was sich später als Mangold-Möhren-Suppe ausweisen konnte. Meins war es nicht. Dann lieber Brezeln und softer Kaffee ohne Coffein.

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@muellerstephie / @kaisu_schreibt / @kaisu_schreibt

Bevor es weiterging, huschten wir noch fix zum nächsten offenen Bücherschrank. Einerseits im frische Luft zu schnappen und andererseits um eventuell ein kleines nettes Büchlein zu finden. Die Ernüchterung freute sich diebisch, bei unserer Ankunft am Schrank. Ich rettete trotzdem einen alten Hohlbein, um ihn bei seinen jüngeren Kollegen einen schönen Lebensabend geben zu können. Doch nun husch zurück! Drei Sessions warteten noch auf uns.

Autoren haben es schon nicht leicht. (Nein, da ist keine Ironie versteckt.) Und so neigt man dazu dem simpelsten Weg zu gehen, anstatt den gesündesten. Nach einem langen Vorwort gab es dann Lösungsansätze und Ideen. Für mich konnte ich nichts mitnehmen. Was nicht an dem Nicht-Autoren-Dasein liegt, sondern am Inhalt. Viele Dinge kannte ich schon oder brauche sie nicht. Also weiter zu einer lockeren Plauderrunde zu Autoren auf Instagram. Wo man Ansichten kennen lernte, die mich doch etwas verblüfften. Also ich möchte nicht immer nur Bücher sehen, sondern mehr. Zum krönenden Abschluss schlurften wir zu einer Runde DSVGO. Diese böse Droge kennt inzwischen jeder. Statt Hysterie, entstand eine entspannte Unterhaltung. Mit zahlreichen Hinweisen und dem Fazit: Ruhe bewahren!

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@kaisu_schreibt / @josey444 / @jessatnisu

Feierabend!

Abschlussworte. Gewinnauslosung. Kritik und Lob. Bis nächstes Jahr! Wir haben das neue Camp bereits gedanklich eingeplant und sei es nur, um die bekannten Gesichter wieder zu treffen. Denn ja, nicht alles ist für reine Buchblogger gedacht, sondern eher auf Autoren gerichtet. Aber letztlich machen wir das Programm selbst. Ergo weniger Blogger, weniger Bloggerthemen. Alterstechnisch ist hier eher der Schnitt bei 40+ aufwärts. Junge Hüpfer sind seltener zu sehen. Trotzdem war das keine Barriere. Eher im Gegenteil: Man tauscht sich aus und lernt von dem Wissen anderer.

Mein Fazit fällt daher auch recht positiv aus: Ich habe mich wohlgefühlt. Der Tag war entspannt und die Zeit ist rasant schnell verflogen. An dieser Stelle einen lieben Gruß an die Mädels, die ich getroffen habe *wink*

Nur bitte: Bessere Verpflegung. Ein Obstkorb wär auch super und Getränke bis zum Schluss. Nicht zu vergessen: stärkeren Kaffee ;)

sketchnote


alle Beträge werden hier* auf der LitCamp Bonn homepage gesammelt & verlinkt


Wart ihr auch dort? Oder würdet mal hingehen wollen?

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