die adoption, splitter verlag

Ein Einblick in diesen emotionalen Auftakt.

Inhalt:

Wozu Weihnachten, wenn man kein Kind hat, mit dem zusammen man dieses Familienfest schlechthin feiern könnte? Für Lynette und Alain, Mitte vierzig, gehört diese Frage der Vergangenheit an. Nach einem verheerenden Erdbeben in Peru hoffen zahllose Waisen auf ein neues Zuhause, und das bis dahin kinderlose Paar adoptiert die kleine Qinaya.

 

Die Ankunft der aufgeweckten Vierjährigen mit den großen, staunenden Augen wirbelt natürlich sofort das Leben aller Beteiligter durcheinander. Aber während sich einige mit Begeisterung in ihre neuen Rollen als Eltern oder Großmutter stürzen, erweckt bei Gabriel der Umstand, plötzlich Opa zu sein, allenfalls gemischte Gefühle. Ob es daran liegt, dass er nie die Zeit gefunden hatte, ein richtiger Vater zu sein? [Splitter Verlag]

Allgemeiner Leseeindruck:

Eine Familie adoptiert ein Kind. Alles scheint perfekt zu klappen. Keine Probleme mit den Behörden oder dem Flug nach Frankreich. Selbst das neue Heim, mitsamt seinem Umfeld wirkt stimmig. Nur Opa Gabriel tanzt aus der Reihe. Ihm ist das alles nicht geheuer und lässt seinem Frust freien Lauf. Als Leser ist man recht amüsiert, über sein Verhalten und die automatisch folgenden Fettnäpfchen.

So kann er zum Beispiel kein Foto vorzeigen, als ihn seine Kumpels neugierig nach dem Familienzuwachs fragen oder seine Frau Lynette wird dafür gerügt “schon wieder” dem Kind ein kleines Geschenk zu kaufen. Sie verwöhnt es zu sehr. Wer kennt solche Szenen nicht aus der eigenen Familie? Doch Gabriel ist nicht aus Stein gemeißelt. Nach und nach bröckelt die harte Fassade. Er lernt mit der Situation umzugehen, sich mit ihr anzufreunden und wenn man so richtig in der Wohlfühl-Blase eingekuschelt ist, kommt ein emotionaler Hammerschlag, mit dem so gar keiner gerechnet hat. Auch ich nicht.

Der Zeichenstil:

Mit einem Wort: Traumhaft. Sanfte Linien; stimmig, mit gedeckten Farben coloriert und eine Liebe zu den wichtigsten Details, die einen in den Szenen versinken lässt. Besonders die Mimik und Gestik spielen eine wichtige Rolle. So kommen manche Momente komplett ohne Worte aus und man versteht sie vollkommen problemlos. Oma Lynette und Opa Gabriel haben zudem den Knuddelfaktor hoch Zehn, mit ihren großen Brillen und knubbeligen Gesichtern, die an den Pixar Film “Up” erinnern.

Meine Abschlussworte:

Lange bin ich um diese Geschichte herumgeschlichen. Ich wusste einfach nicht, ob diese Thematik etwas für mich ist. Nach ersten – äußerst positiven – Stimmen dazu, hab ich es dann endlich zur Hand genommen und auf gar keinen Fall bereut. Der Comic bringt einen zum schmunzeln, grübeln, nachdenken und lässt einen mit einem fetten Knoten im Herzen zurück, den mach rasch lösen möchte. Um Band 2 kommt man somit nicht drumherum!

zu Hören in Folge 3 “3 Frauen.n Comics – Der Comicklatsch


Empfohlen ab: “Keine Altersangabe”


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Genre: Roman / VÖ: August 2017 / Verlag: Splitter Verlag / Serie: 1 von 2

erhältlich bei: hugendubel


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