#ItalienNovember #IlGiallo

Inhalt:

2004: Im rechtsmedizinischen Institut der Stadt Padua verschwinden 44 Kilo Heroin. Das führt zu großer Unruhe sowohl bei der Polizei als auch bei der Mafia. Marco Buratti, genannt »Der Alligator«, Blues-Fan und Privatdetektiv ohne Lizenz, dafür aber mit einer ausgeprägten Neigung zum Calvados-Konsum, bekommt das Angebot, in dem Fall zu ermitteln.

[…]

Zwei Jahre später wird Rossis Freundin, die Bauchtänzerin Sylvie, entführt. Der Alligator und seine Freunde bekommen schnell heraus, dass die Entführung im Zusammenhang mit dem Drogenraub steht. Als sie Sylvie befreien können, stellen sie fest, dass sie über Monate brutal vergewaltigt wurde und dass die berüchtigte kosovarische Mafia hinter der Entführung steckt.

(Verlagsseite)

Mein Leseeindruck:

Massimo Carlotto. Wer einmal ein Buch von ihm gelesen hat, liebt ihn oder legt ihn beiseite. Sein Stil ist anfangs ungewohnt. Wirkt geradezu abgehakt und unregelmäßig. Aber je länger man liest, umso mehr kommt man ihn das Geschehen hinein und erkennt die Gedankengänge, die dahinter stecken. So ist es auch hier. Da ist die Entführung der hübschen Sylvie. Einer Frau, mit der Beniamino guten Kontakt hatte. Entsprechend erschüttert ist er über ihre Entführung und scheinbaren Mord. Er schwört auf Rache. Marco – Der Alligator – sein Partner, steht ihm natürlich zur Seite. Ebenso Max.

Und so schmieden sie einen Plan, der anfangs kaum, bis gar keine Früchte trägt. Sylvia muss aus der Region geschafft worden sein. Es gibt keinen Hinweis auf ihren Verbleib. Weder tot noch lebendig. Also wühlt man noch tiefer und lässt sich auf Geschäfte ein, die sie sonst nicht eingehen. Immer mit einer anderen Option im Kopf. Denn dumm sind die drei Männer keineswegs. Auch wenn der ein oder andere Geschäftspartner das meint. Ein Trugschluss, der vielen das Leben kostet.

Es macht Freude diesem hin und her zu folgen. Zeitgleich lernt man die Männer näher kennen und hat das Gefühl, dass das Morden und Erpressen nur ein Hobby von Ihnen ist. Was theoretisch auch stimmt. So taff sie nach außen wirken, so wackelig ist des Öfteren ihr Inneres. Die Ergebnisse motivieren sie stets am Ball zu bleiben. Das kann Geld, ihr Überleben oder eine Frau sein. Banditenliebe eben.

Meine Abschlussworte:

Ich liebe den Stil von Massimo Carlotto. Das war nicht immer so. Anfangs machten mich die zeitlichen Sprünge konfus und ich wusste nicht, was ich damit anfangen soll. Mittlerweile ist er mir ans Herz gewachsen. Man erkennt den Schreibstil stets wieder. Leider gehen so auch Details verloren. Er schmückt eben nichts großartig aus, sondern konzentriert sich auf das Wesentliche. Das hat seine Vor- und Nachteile. Nicht zu vergessen der Charme, den die Charaktere versprühen und einen über Kritikpunkte hinwegsehen lassen.

Ein Krimi, der aus der Reihe tanzt und dennoch absolut zu unterhalten weiß.

Der Autor – Massimo Carlotto:

*1956 in Padua geboren
*war Sänger, auf der Flucht, im Gefängnis, jetzt Autor

Stichworte:

Gewalt / Mord / Entführung / Mafia / Liebe / Essen / Leben / Leidenschaft

padua, italien november, crime

 


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Genre: Crime / VÖ: 2011 / Verlag: Tropen Verlag / Serie: Band 3 (in Dt.)

erhältlich bei: Print nur noch gebraucht erhältlich

weitere Meinungen: auf der krimi.couch


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