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Gyo: Tokyo Fish Attack (2012)

Eckdaten:

– basiert auf dem gleichnamigen Manga von Junji Ito
Genre: Horror, Anime
Länge: 70 min
Sprache: Japanisch (mit UT), Deutsch, Englisch, Spanisch
Director: Takayuki Hirao

Um was geht es?

Eine Invasion aus dem Meer. Seltsame Fische, die laufen können, stürmen das Ufer und gehen auf die Menschheit los. Dabei sind es nicht nur kleine Forellen, die an Land kommen, auch die großen Kaliber, wie Haie, attackieren alles was nicht aus dem Weg geht. Panik macht sich breit und die Regierung fängt an, massive Gegengeschütze aufzufahren.

Mittendrin befindet sich Kaori. Sie will eigentlich die Zweisamkeit mit ihrem Freund genießen, aber die übel riechende Inavsion kommt ihnen dazwischen. Ihr Flug fällt aus, der Kontakt via Telefon bricht ständig ab und so schließt sie sich mit einem Fotografen zusammen, mit dem sie kurfristig Bekanntschaft gemacht hat.

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Wie hat mir der Film gefallen?

Nun, er hat mir seltsame Träume beschert. Was nicht zwingend an der wunderbaren Umsetzung des Manga lag. Wohl eher an den klackenden Geräuschen der Tierbeine und der schummrigen Optik. Denn als Gesamtwerk hat der Film kläglich versagt. Von den zahlreichen Unterschieden zum Manga fang ich gar nicht erst an (würde zu viele Spoiler enthalten), ich möchte eher kurz auf die optische Darstellung eingehen.

Junji Ito hat einen recht eigenen Zeichenstil. Diesen richtig umzusetzen, ist sicher nicht so einfach. Der Manga wirkt recht düster, hat viele Schraffierungen, übertreibt und gibt ein rasentes, hektisches Tempo vor, was gegen Ende immer mehr zunimmt. Der Anime wirkt dagegen geradezu klinisch sauber. Die Wesen springen mal wild in die Wohnung und Menschen entgegen. Aber die meiste Zeit laufen sie brav auf den Straßen und Gehwegen entlang. Massenhaft. Klackend und raschelnd.

Fressattacken kommen und gehen. Dafür wurde der penetrante fischige Gestank perfekt dargestellt. Alles wirkt schummrig und neblig. Man konnte ihn regelrecht selbst riechen. Dummerweise gewöhnen sich die Figuren recht schnell an den Geruch, rümpfen weniger die Nase und man selbst fühlt sich auch wohler. Auf Dauer geht der Effekt also in die Hose.

Warum kann man ihn trotzdem nicht komplett in die Tonne werfen?

Er geht etwas über eine Stunde. Neugierige Nasen sollten also auf jeden Fall einmal einen Blick hineinwerfen. Außerdem fand ich es super, dass man sich nah an die grundlegende Optik gehalten hat. Der Zeichenstil des Mangaka ist definitiv erkennbar.

In meiner Anime-Sammlung wird dieser Film keinen Platz finden. Ich werde eindeutig bei den schrägen, düsteren Manga von Junji Ito bleiben. Er ist einfach ein Meister seines Fachs.

>> Horror in Kinderschuhen, der bei weitem nicht ausgereift ist.

 


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