“An dem Nachmittag, als die ganze Geschichte ihren Anfang nahm, war ich mit meinem alten Freund Leonard Pine auf dem großen Feld hinter meinem Haus.” (Buchbeginn)

Es ist ein ganz normaler Tag in Texas. Der Winter hat sich dort breit gemacht und die Fensterscheiben mit seinen zarten Kristallen geschmückt. Gelegentlich lässt er die Haut von zwei Männern frösteln, bläst ihnen die kühle Luft in ihre Gesichter. Doch die lassen sich davon nicht aus der Ruhe bringen. Vor allem Hap hat ganz andere Sorgen. Denn wie aus dem Nichts, steht plötzlich seine Ex-Frau vor der Tür und bittet um Einlass. Sofort sind all die verdrängten Gefühle zurück. Es ist, als hätte sie ihn nie für einen anderen Mann verlassen.

Leonard rollt derweil mächtig mit den Augen. Ihn kann Trudy nicht hinters Licht führen. Da kann sie noch so sehr mit den Augen klimpern und ihr freundlichstes Gesicht aufsetzen, wenn sie auftaucht, kann das nichts Gutes bedeuten. Natürlich hat er damit recht. Denn kurz darauf klopft Hap an seine Tür und erklärt ihm, was für ein Job ihm angeboten wurde. Allerdings benötigt er dazu die Hilfe seines Freundes. Schließlich kann dieser tauchen und besitzt eine Ausrüstung. Ob das im Sinne von Trudy oder gar Howard, ihrem neuen Lover, ist?

“Hap wollte ohne ihn nicht mitkommen, Die sind so was Ähnliches wie verheiratet.”
“Nur verlobt”, sagte Leonard, “wir sind noch beim Geschirr aussuchen.”
Howards Gesicht war vor Ärger leicht rot angelaufen. “So, du kannst also schwimmen, ja?”
“Wie ein gottverdammter Aal.” (S.60)

Na, wer spürt hier nicht die positiven Schwingungen? Sie sind förmlich greifbar und während des ganzen Jobs spürbar. Aber ob das der Grund ist, warum bei der Suche nach verstecktem Geld einiges im Argen zu sein scheint? Wohl kaum. Da liegt die Wurzel des Übels ganz woanders und diese hat noch ein mächtiges Wörtchen mitzureden. So einfach, wie Trudy und Howard den Job erläutert haben, ist es also bei weitem nicht.

Vom Prinzip lebt das Buch von den Dialogen. Gerade die Unterhaltungen von Hap und Leonard lassen einen spüren, dass die beiden sich sehr vertraut sind und schon einiges erlebt haben. Dazu der sarkastische fiese Unterton von Leonard, mit dem er jede Sekunde einen neuen Freund gewinnt, geben dem Ganzen ordentlich Pfeffer. Da erscheint die Story selber fast nebensächlich, bereichert sie einen aber mit neuem Wissen, um Lebenseinstellungen und Erlebnisse aus der Vergangenheit, der beiden.

“Okay, du Pfadfinder, und was machen wir jetzt?”
“Ist noch Bier da?”
“Nein.”
“Dann suchen wir weiter.” (S.128)

Alles ist in kurze Kapitel verpackt und rasch gelesen. Teilweise geht es etwas derber zu. Blut spritzt, Hirnmasse fliegt an die Wand und Knochen brechen. Letztlich erscheint das aber, so makaber es klingen mag, nebensächlich. Man will nur wissen, was die zwei Männer noch so treiben und wie viele Menschen sie noch gegen sich aufbringen werden.

Mein einziger wirklicher Kritikpunkt liegt bei der Jahreszeit. Texas habe ich automatisch als warmes Land im Kopf. Zwar ist immer wieder von dem Frost und der knackigen Kälte die Rede, nur konnte ich sie wirklich nur bei den expliziten Erwähnungen auch wirklich vor dem inneren Auge sehen. Am Ende ist es trotzdem ein gelungener Auftakt geworden. Hap & Leonard wissen einfach mit ihrer kuriosen Art zu Unterhalten. Ich bleibe am Ball!

>> Ein Lesetipp für Lansdale-Fans und alle, die es noch werden wollen!


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Genre: Crime / VÖ: Juni ’19 / Verlag: Golkonda Verlag / Region: Texas / Serie: Serienstart

erhältlich bei: hugendubel.de

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>> gelesen Dank vorablesen.de


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