Ein Spezial im Spezial: Filme für die dunkle Jahreszeit!

Am Freitag, den 13., kündigte Netflix fünf düstere Filme an. Ab Ende September startet seitdem jeden Freitag ein neuer Film. Kurzerhand haben Conny* und Ich beschlossen, all diese Filme gemeinsam zu schauen. Wir wollen beurteilen, ob die Filme sich lohnen oder man am Ende besoffen auf der Couch liegt, da man zu oft beim Bullshit-Bingo einen Volltreffer hatte. Inzwischen haben wir Halbzeit und die ersten beiden Filme wollen vorgestellt werden. Da ich derweil im Kino ein weiteres Objekt der Begierde gesichtet habe, wird auch dieses hier heute kurz zu Wort kommen.

“In the Shadow of the Moon” (netflix)

Steckbrief: 2019 / Mystery Crime / 115 min / Jim Mickle

Wir schreiben das Jahr 1988. Mehrere seltsame Unfälle erregen die Aufmerksamkeit der Polizei. Polizist Thomas Lockhart sieht darin seine Chance endlich aufzusteigen und Detective zu werden. Also stürzt er sich gemeinsam mit seinem Kollegen ins Getümmel. Doch kaum sind die Unfälle als Morde eingestuft, verschwindet der Täter spurlos von der Tanzfläche. Er lässt lediglich eine seltsame Waffe zurück.

Es müssen neun weitere Jahre vergehen, bis erneut die identischen Morde geschehen. Was will der Mörder bezwecken? Und wieso taucht er nur alle paar Jahre auf? Dem geht Lockhart bis aufs Zahnfleisch nach.

Anfangs taucht man in ein geniales Setting der 80er ab. Dunkle Gassen, dampfende Gullideckel, lange Mäntel, zwielichtige Gestalten, klappernde Mülltonnen, wild hupende Taxis, zusammen mit der Musik, reibt man sich vor Freude die Hände und freut sich auf einen wunderbaren Film. Dann folgt der erste Cut und man wird sich bewusst, dass alles nur ein reiner Klischeefilm wird, wo das Bullshit-Bingo seine reinste Freude hat.

Ich sage: Diesen Film muss man sich nicht anschauen. Er enttäuscht in ganzer Linie und kann einen nicht einmal von sich überzeugen. Lediglich, der nicht altern wollende Michael C.Hall als Polizeichef war ein kleines Lichtpünktchen.

Conny sagt: Der komische Zeitreise-Film war ein Reinfall von vorne bis Ende. Nix Neues, dafür jede Menge schon Dagewesenes, inkl. abarbeiten der Klischeepalette. Ev. für nen Trinkspiel zu gebrauchen. Ich sag nur Bullshit-Bingo

“In the Tall Grass” (netflix)

Steckbrief: 2019 / Horror Drama / 90min / Vincenzo Natali

Bruder und Schwester sind an einem heißen Sommertag auf dem Weg zu ihrer Familie. Sie ist hochschwanger und macht gerade alle Leiden einer Schwangeren durch. Kurzerhand müssen sie anhalten, damit sie sich übergeben kann. Hätten sie das lieber nicht gemacht. Denn plötzlich hören sie eine Stimme. Ein Junge ruft um Hilfe. Er hat sich im hohen Gras verlaufen. Also helfen die beiden und gehen in das Gras hinein.

Nun. Machen wir es kurz: Auch die beiden verirren sich und finden nicht mehr heraus. Aber wieso? Man müsste doch einfach der Sonne folgen können oder seinen Spuren? Was ist das für Gras, was sie nicht freigeben will?

90 Prozent des Filmes spielen im Gras. Und man beobachtet gerne die beiden jungen Menschen, wie sie logisch agieren wollen, aber das Gras ihnen einen Strich durch die Rechnung macht. Kamerazoom raus und man ahnt, dass diese Angelegenheit noch etwas länger dauern wird. Vor allem, als plötzlich ein äußerst bekannter Kadaver auftaucht.

Ich sage: Hell, yeah! Wir haben nicht einmal das Bullshit-Bingo einsetzen müssen! Düstere Unterhaltung pur, da haben Mister King und sein Sohn ein feines Meisterwerk hingelegt. Wenn man sich darauf einlassen kann, wird man nicht enttäuscht.

Conny sagt: Also der Film war genial…typische King-Atmosphäre, der ohne viel Jump-Scare und Special-Effects auskommt und einem trotzdem völlig mitreißt. Geniale Story mit typischen Ende. Ist auch für Horror-Anfänger gut geeignet und sollte man gesehen haben.

Joker (Kino)

Steckbrief: 2019 / Drama / 122min / Todd Phillips

Es folgt hier keine detailierte Kritik zu diesem Kinofilm. Stattdessen möchte ich nur kurz meinen Eindruck niederschreiben. Man könnte ihn mit folgenden Worten kurz zusammen fassen: Guckt ihn an! Ich könnte auch etwas ins Detail gehen, die Harmonie von musikalischer Untermalung und Szenerie loben, die zahlreichen emotionalen Mimiken und Gestiken von Joaquin Pheonix hervorheben oder die authentische optische Umsetzung von Gotham City ansprechen und vertiefen.

Doch damit werden sich zahlreiche Filmkritiker beschäftigen. Diese können euch auch zahlreiche Hintergrundinformationen liefern. Dafür bin ich jedoch nicht tief genug in der Materie drin. Ich habe diesen Film einfach genossen und hätte diesem Joker noch wesenlich länger zuschauen können!

Ich sage: Lasst euch darauf ein, lasst ihn auf euch wirken. Er ist kein Softie, er hat harte und derbe Momente, die nicht jedem gefallen werden und dennoch zieht Joker einen einfach in den Bann.

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12 thoughts on “|Film| “Düstere Oktober Filmografie – Part 1”

  1. Danke für den Tipp und die Warnung. “In the shadow of the moon” wollte ich eigentlich schauen, allein schon wegen Michael C. Hall *sigh*, dann lass ich es lieber. Das hohe Gras wird geschaut, das Buch war leider mehhh. Aber da ich gehört habe, dass hier die Ausnahme herrscht, dass Film besser ist als Buch, freue ich mich jetzt drauf. Joker ist bestimmt richtig cool, aber das wird irgendwann auf der Couch angeschaut, sobald er verfügbar ist. Ansonsten freut mich, dass ihr so ein Spaß beim Bullshit-Bingo hattet

    1. Danke fürs Schauen und Teilen :)
      Ich suche eh noch nach ein paar düsteren Filmen für den Herbst, da kommen eure Meinungen gerade richtig.
      “In the tall grass” hatte ich vor ein oder zwei Jahren, fand es okay, aber so richtig vom Hocker riss es mich nicht – anfangs spannend, aber irgendwann verlor ich das Interesse, weil ich das Gefühl hatte, in der Handlung nicht voran zu kommen (obwohl es eine so kurze Geschichte ist). Die Verfilmung werde ich mir aber dennoch anschauen.

      Und beim Joker kann ich hoffentlich nächste Woche mitreden. ;)

      1. So, Sven muss hier grad mitleiden XD

        Wie oben bei Sven geschrieben, ich kenn die Kurzgeschichte nicht, aber der Film hinterlässt wirklich Eindruck :)

        Und auf deine Meinung von und über Joker bin ich echt gespannt! Hab gestern die Version von Heath Ledger wieder gesehn. Hach, warum lebt der gute Mann nicht mehr ;__; (finde beide Versionen grandios und stelle sie auf eine Ebene und vergleiche nicht, da sie schlichtweg zu zwei unterschiedlichen Zeitepochen den Joker verkörpern)

      2. Ursprünglich hatte ich auch nicht vor, auf Svens Kommentar zu antworten – am Smartphone hat´s dann aber meinen Kommentar als Antwort abgeschickt. Keine Ahnung, wieso, aber ich hatte das vor einer Woche schon mal auf einem anderen Blog. :-/

        “Joker” ist für nächste Woche endlich eingeplant. :D Nach Nolans Batman-Filmen war ich eh immer grundsätzlich der Meinung, dass keine andere Produktion damit mithalten könnte. “Joker” ist nun tatsächlich der erste Film aus dem Batman-Universum, der mich wieder ins Kino lockt. Wie du, denke ich aber, dass man hier nicht von einem besseren oder schlechteren Joker sprechen kann, sondern beide auf ihre ganz eigene Art genial sind (ich behaupte das jetzt mal, ohne “Joker” gesehen zu haben – die bisherigen Meinungen und Trailer haben mich dahingehend aber optimistisch gestimmt).

      3. Sven verkraftet das :P

        Ich habe Heath Ledger die Tage nochmal gesehn und ja, die beiden stehen für sich. Allein der Stil der Filme ist schon unterschiedlich und beide verkörpern einen absolut genialen Joker!
        Und nun geh endlich rein, will deine Meinung wissen XD
        *zu nächste Woche schieb*

    2. Schau dir den Film an, wenn du Hintergrundgetröpfel brauchst ;)
      Und immer dann, wenn Mister Hall auftaucht, guckst du hoch!

      kleiner Insider: Keiner von uns wusste wie Michael C.Hall in dem Film heißt, Ich nannte ihn immer Mister Hall und Conny Dexter. Erst als wir bewusst hingehört haben, haben wir auch seinen Namen erfahren… so nach 3/4 des Filmes XD

      Ich kann beim Gras keinen Vergleich herstellen, hab aber bisher auch kaum begründete negative Kritiken gehört. Der Film macht wirklich Spaß! hehe!

  2. Liebe Christin,

    ich schulde dir ja noch ein etwas ausführlicheres Feedback zu “Joker”. :D

    Wie schon auf Twitter gesagt: Der Film hat mich nicht so schockiert und/ oder umgehauen, wie ich gedacht hatte (zu hohe Erwartungen?) und hatte für meinen Geschmack hin und wieder ein paar Längen. Davon abgesehen: aus “handwerklicher” Sicht ein Meisterwerk von Film, der sämtliche Filmpreise verdient hätte. Sehr, sehr geiler Soundtrack, visuell großartig, die Treppenszene dürfte vermutlich in die Filmgeschichte eingehen ;) und Joaquin Phoenix’ Darstellung vom Joker war schon fast unheimlich gut. Anfangs hatte ich immer wieder Mitleid mit Arthur, aber je weiter die Handlung fortschritt, desto mehr Abscheu entwickelte ich. Und wie du schon schreibst: Man kann Phoenix’ Joker nicht mit Ledgers’ Joker vergleichen, weil beide einen ganz anderen Ansatz verfolgen bzw. der Joker auch einen ganz anderen Hintergrund und Charakter hat.

    Abgesehen davon bin auch total d’accord mit allem, was Hemator auf seinem Blog zu “Joker” geschrieben hat. Die ganzen Vorwürfe, dass der Film einen Serienmörder glorifiziere und zum Sympathieträger mache, sind sowas von unberechtigt (und ironischerweise kamen diese Vorwürfe schon lange vor Kinostart und ausschließlich von Leuten, die den Film nicht sahen und nicht sehen wollen). Auch dass der Film extrem brutal und in seiner Gewalt kaum auszuhalten sei, ist überzogen. Ja, er ist gewalthaltig – aber es gibt wahrlich mehr Filme und Serien, die noch grausamer und blutiger sind.

    Ansonsten war ich sehr irritiert von meinem Mit-Kinopublikum, die an der Stelle lachten, als Gary aus Arthurs Wohnung wollte. Das fand ich dermaßen geschmacklos und frage mich, ob das für sie einfach eine Art Comic Relief war oder sie so etwas tatsächlich lustig finden. Wie war das bei deinem Kinobesuch?

    1. Das nenn ich mal wirklich ausführlich :D
      Kann deine Kritikpunkte absolut nachvollziehen. Gefühle der Länge hatte ich allerdings nicht. Für mich passte das so. Ach und diese serienkillersachen… mein Gott, das kommt bestimmt von den Helikoptereltern. Kann so was nicht ernst nehmen. Da gibt es andere Filme, wo dieser Stempel mehr berechtigt wäre!

      Wir waren in der Preview und hatten erstaunlichweise ein recht angenehmes Publikum (große Saal war fast voll). An unpassende Lacher kann ich mich nicht erinnern. Aber kenn so was von anderen Filmen …nervig.

      edit: umgehauen hat er mich auch nicht, aber von seinem Konzept absolut überzeugt und das Lob vorher war durchaus berechtigt und nicht nur heiße Luft, was einem ja durchaus passieren kann :P

      1. Ja, ich war selbst überrascht, dass mein Kommentar dann doch so lang wurde. XD

        Vielleicht kamen mir manche Stellen auch einfach nur lang vor, obwohl sie es gar nicht waren. Seit einiger Zeit fällt es mir schwer, mich länger auf einen Film oder eine Serie zu konzentrieren und nur weniges kann mich lang genug bei Laune halten. Aber jetzt mit dem bevorstehenden Winter wird sich das sicher wieder ändern.

        Wie du schon sagst: Die Vorschusslorbeeren waren im Fall von “Joker” mehr als berechtigt.

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