Ein Spezial im Spezial: Filme für die dunkle Jahreszeit!

Am Freitag, den 13., kündigte Netflix fünf düstere Filme an. Ab Ende September startet seitdem jeden Freitag ein neuer Film. Kurzerhand haben Conny* und Ich beschlossen, all diese Filme gemeinsam zu schauen. Wir wollen beurteilen, ob die Filme sich lohnen oder man am Ende besoffen auf der Couch liegt, da man zu oft beim Bullshit-Bingo einen Volltreffer hatte. Inzwischen haben wir Halbzeit und die ersten beiden Filme wollen vorgestellt werden. Da ich derweil im Kino ein weiteres Objekt der Begierde gesichtet habe, wird auch dieses hier heute kurz zu Wort kommen.

Diese Runde haben ich alleine gedreht. Meine Merkliste quillt gerade über vor Filmen und da sind auch einige potenzielle Halloween-Kandidaten dabei. Ob sie den Titel auch verdient haben? Entscheidet selbst.

wounds netflix

“Wounds” (netflix)

Steckbrief: 2019 / Mystery Horror / 94 min / Babak Anvari

New Orleans. In einer Bar namens Rosie’s arbeitet ein Barkeeper mit voller Leidenschaft für seinen Beruf. Er liebt seine Gäste, scherzt mit ihnen und trinkt auch gerne ein Gläschen mit. Im ersten Moment nichts ungewöhnliches. Selbst die Schlägerei, die es an dem einen Abend gibt. Passiert. Sogar, dass das babei ein Smartphone verloren geht. Shit happens. Fürsorglich nimmt der Barkeeper es mit Heim und schreibt dem Besitzer, dass er es gefunden hat.

Allerdings scheint das diesen, besser gesagt seine Freunde, nicht zu interessieren. Diese schicken panische und später recht verwirrende Nachrichten auf das Telefon. Von einem Buch ist die Rede, man hätte es nicht tun sollen und dann sind da diese Fotos die eine gewisse Grenze überschreiten.

Der Film startet recht gelungen. Man ist neugierig, will mehr über dieses mysteriöse “Etwas” wissen und beobachtet den Barkeeper bei seinem klassischen Verfall. Genau dann, wenn man endlich auf dieses “Etwas” eingeht, es alles zu einem lauten und spannenden Höhepunkte hinlaufen lässt, man endlich erfahren kann, was das alles soll – endet der Fiilm.

Ich sage: Hier ist viel Potenzial verschenkt. Man kratzt nur an der Oberfläche, fühlt sich an “The Ring” erinnert, fragt sich woher die Kakerlaken kommen und wird dann völlig unbefriedigt auf der Couch zurückgelassen.

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“Revenge of the Pontianak ” (netflix)

Steckbrief: 2019 / Horror Romantic / 1h 32min / Glen Goei + Gavin Yap

Wir schreiben das Jahr 1964. Ganz im Stil einer malaysischen Hochzeit, feiert ein junges Brautpaar diesen Tag im Kreise seiner Liebsten. Man gibt sich ausgelassen Speis und Trank hin, vergisst den Alltag und freut sich für die frisch vermählten. In der Zwischenzeit nähert sich ein Gast, der definitiv nicht eingeladen ist. Langsam kommt er immer näher und versetzt so manch einen in Angst und Schrecken, da er glaubt einen Geist gesehen zu haben.

Damit liegen sie nicht einmal so falsch. Der Geist ist eine Pontianak. Eine Frau, die schwanger mit ihrem ungeborenen Kind, verstorben ist. Sie will Rache an ihrem Mörder und fängt an diese auf makabere Art und Weise umzusetzen.

Keine Panik. Da oben steht zwar Romantic, das bezieht sich allerdings eher auf eine bestimmte Liebesbeziehung. Schließlich gibt es eine Sage über die Pontianak (eine existierende indische Folklore), die darin ihre Wurzeln hat. Der Film ist kein Horror, wie man ihn erwartet. Eher soft und bitterböse. Die Verbindung einer wahren Sage und der fiktiven Geschichte ergeben einen interessanten Mix.

Ich sage: Ein durchaus sehenswerter Film. Wer sich darauf einlässt wird nicht wirklich enttäuscht werden. Fieser Splatter-Horror ist es allerdings nicht. Stets im Hinterkopf haben: Es ist eine Folklore neu erzählt.

la influencia

“La Influencia” (netflix)

Steckbrief: 2019 / Horror / 1h 39min / Denis Rovira van Boekholt

Eine kleine Familie kehrt zurück ins elterliche Haus. Die Mutter liegt im Sterben. Bisher hat sich die Schwester zusammen mit einer Pflegekraft um die Mutter gekümmert, doch langsam segnet diese das Zeitliche. Kaum dort angekommen, spürt man, dass die Kinder kein gutes Wort an ihr lassen. Geradzu Angst vor ihr haben. Nur der jüngste Sprößling, die Enkelin, scheint das nicht zu merken, sondern redet sogar mit der sterbenden Frau. Was eigentlich nicht möglich ist.

Es vermehren sich die seltsamen Ereignisse. Die Töchter geben Einblick in ihre grausame Kindheit und es wird einem klar, warum sie so Angst haben und verstörrt durch die Gegend rennen.

Fieser Horror. Man ist gefesselt und verstört danach. Solche Worte liest man im Zusammenhang mit diesem Film. Theoretisch lass ich dann die Finger davon, aber die Neugierde hat gesiegt. Spanischer Horror kann durchaus seine Reize haben. Hier versemmelt er es allerdings. Die schauspielerische Leistung ist in meinen Augen nicht die Beste, man sieht (fast) alles voraus und das Ende lässt einen ein bischen dumm zurück, da gewisse Fragen nicht geklärt werden.

Ich sage: Düstere, dunkle Stimmung, mit Blut und fiesen Szenen. Seichte Gemüter könnten hier derbe gegruselt werden. Für mich war es inhaltlich nichts Neues, zudem konnte ich die Charaktere nicht immer ernst nehmen.

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