Nachdem wir in dem ersten Band von Locke & Key erfahren haben, was mit der Familie passiert ist und welche Umstände, sie in das seltsame Keyhouse gebracht haben, geht es nun im zweiten Band weiter. Da ist jemand, der ganz dringend einen gewissen Schlüssel in die Hände bekommen möchte. Ein alter Bekannter und zugleich Feind namens Dodge.

Bevor es allerdings zu einem ersten Aufeinandertreffen kommt, lernt man einen Lehrer kennen, der in Lovecraft, Massachusetts seit vielen Jahren sein Wissen an die Schüler weiter gibt. Mister Ridgeway trauert immer noch seiner verstorbenen Frau nach, schwelgt in Erinnerungen, ja – er leidet unter dem Verlust und ist umso mehr geschockt, als er plötzlich einen Geist sieht. Zwar wollte er immer mal einen sehen (am liebsten seine Frau), stattdessen ist es ein Schüler, der seine Aufmerksamkeit auf sich zieht.

locke & key

 

Von allen Zack genannt, tummelt er sich unter der Schülerschar. Professor Ridgeway ist sich allerdings äußerst sicher, dass der junge Mann eigentlich anders heißt und auf den Namen Lukas hört. Außerdem sollte er gar nicht mehr so frischt und jugendlich ausschauen. Ganz im Gegenteil, er müsste älter sein. Bevor sich der Professor klar werden kann, was er da gerade gedanklich aufgedeckt hat, wird er mit dem Tod konfrontiert.

Jetzt fragt man sich sicher: Was hat das jetzt mit der Geschichte um das Keyhouse am Hut? Eine Menge. Zack/Lukas oder wie auch immer es sich nennen mag, will nicht erkannt werden. Er will mit den Kids der Familie befreundet sein. Sich ihr Vertrauen erschleichen und somit Zugang zu ihren Geheimnissen und dem Haus zu bekommen. Da dort niemand etwas ahnt – ein wichtiger Zeuge ist schon ausradiert – kann das alles nur auf ein spannendes Showdown zulaufen.

locke & key 2

 

Zu der inhaltlichen Bandbreite kann ich fast 1:1 meine Sätze aus der Kritik zum ersten Band kopieren: Es geht um Trauerbewälting, den Verlust von Menschen,  das Erwachsen werden und selbständige Denken sowie Handeln, aber auch den Zusammenhalt und das Vertrauen, dass man zueinander empfindet. Selbst wenn es fiese Sprünge bekommt, so geht der Weg weiter. Man lernt, passt sich an, entwickelt sich, macht Fehler, fällt hin und steht wieder auf. Dabei kommt die mystische Welt um die geheimnisvollen Schlüssel und deren Türen, nicht zu kurz. Deren Bedeutung hier immer wichtiger wird.

Der zweite Band steht dem Auftakt in nichts nach. Ich war sofort drin und konnte meine Lippen und Augen nicht von den Seiten lassen. Man wird förmlich in den Comic gesogen und will die Geheimnisse rund um die Schlüssel so schnell wie nur möglich erfahren. Dabei ist es hier nicht nur Bode, der wahnsinnige Entdeckungen macht. Auch der Rest der Familie bekommt die Macht des Hauses zu spüren. Ob das Gut oder Schlecht ist, muss jeder selbst herausfinden.

“Psychospiele” ist ebenfalls komplett in Farbe gehalten. Zwar kann man nicht im Sekundentakt durch die Seiten fliegen, ein wenig Text sollte man schon lesen, dennoch ist das Lesetempo beachtlich. Was nicht zuletzt an der übersichtlichen Aufteilung der Trades und dem automatischen Lesefluss liegt, wenn die Augen den Handlungen der Charaktere folgen.

Wer es blutrünstig, mystisch und unterhaltsam zugleich mag, kommt um diese Serie nicht herum. Den ersten Band habe ich bereits vor ein paar Tagen hier kritisiert > “Locke & Key – Willkommen in Lovecraft“. Warum eigentlich Lovecraft mag man jetzt denken? Vielleicht liegt es an der Liebe von Joe Hill zu H.P. Lovecraft? Oder ist es seine erschaffene Welt? Das darf jeder selbst herausfinden!

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* erschienen 2009 bei Panini Comics

* es gibt 6 Trade Paperbacks (TPB), mit je 6 Comics (abgeschlossen)

* zusätzlich gibt es einzelne Sonderbände (Ergänzungen), z.B. “Himmel und Erde

* “Locke & Key” wurde als Serie umgesetzt und 2020 auf netflix als Serie veröffentlicht


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