Kurz & Knackig Kommentiert

Arnd Weyden ist Angsttherapeut. Er ist vor kurzem in das beschauliche Tiefenwald gezogen. Möchte ab sofort die Stille der Kleinstadt der Metropole vorziehen und das nicht ganz uneigennützig. Ihm gefällt die Ruhe, die übersichtliche Nachbarschaft, die unheimliche Villa nebenan. Moment, unheimlich? Nur weil da nie Licht brennt? Obwohl dort jemand wohnt? Von nun an, lässt ihn dieser Aspekt keine Ruhe mehr!

– Patienten gehen bei ihm ein und aus

– er stellt eine Putzfrau ein, die ihm Arbeit abnimmt

– diese hat seltsame Eigenheiten, aber damit kommt er klar, vorerst

– ein neuer Patient macht einen seltsamen Eindruck auf ihn

– als ob er sich nicht auf die Therapie einlassen will, es aber muss

Was jetzt nach einem schaurigen Thriller klingt, ist es eigentlich nicht und irgendwie schon. Da ist ein Mann, der von unheimlichen Dingen magisch angezogen wird (kenne ich). Trotzdem ergötzt er sich nicht daran, sonder geht seinem Beruf nach, recherchiert wegen unbekannter Sympthome seiner Patienten, meldet sich freiwillig in einem Altersheim als Hilfkraft an und lernt auch noch eine nette Frau kennen. Engagiert würde man ihn betiteln und über allem schwebt die Frage nach dem Haus. Was verbirgt sich dort?

Fazit:

Das Buch “Verkennung” spielt mit der typischen mysteriösen Villa, die auf so viele eine magische Faszination auslöst, wie man sie bei Arnd findet. Dazu die Putzfrau mit Geheimnissen, die schweigsamen Nachbarn, das alles wirkt stimmig und man klebt magisch an den Zeilen.  Perfekt.

Eigentlich. Denn ein kleines Manko muss ich aussprechen: Ganz oft werden schwammige Andeutungen gemacht. Diese kommen mir zu oft vor. Irgendwann kann man das sinngemäße “wenn ich das eher gewusst hätte” nicht mehr lesen und rollt innerlich mit den Augen. Somit hatte ich nach der Hälfte einen kleinen Hänger. (Dazu muss ich ergänzend sagen, dass das Buch quasi die Vergangheit erzählt. Alles ist bereits geschehen.) Ebenso fand ich das Ende zu rasch abgearbeitet. Es ist inhaltlich ein gutes Ende, aber es wirkt so kurz, im Vergleich zur Ausführlichkeit davor.

Ein Lesetipp, den ich trotz meiner Kritikpunkte aussprechen möchte. Allein der Charakter Arnd ist es Wert!

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*erschienen als TB – Juni 2019 – bei ePubli (ePubli Verlag)

*als TB/ebook erhältlich

*Noch mehr Selfpublisher? Wie wäre es mit “Caspars Schatten” von Michael Leuchtenberger?

 

verkennung

 

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