Der Japanuary ist in der letzten Woche angekommen. Daher folgt heute meine sechste kurze Filmbesprechung des Films “The World of Kanako” (渇き。). Aktuell auf amazon prime [pay] verfügbar.

2014
Genre: Drama, Crime, Thriller
Regie: Tetsuya Nakashima
Dauer: 118 min
zu letterboxd*
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Um was geht es?

Kanako ist 17 Jahre alt und verschwunden. Die Eltern leben getrennt und die Mutter denkt zunächst, dass sie bei ihrem Vater untergetaucht ist oder eher, dass dieser sie gekidnappt hat. Das lässt sich dieser natürlich nicht gefallen und fängt an, Kanako zu suchen. Dabei kommt ihm zugute, dass er einst Polizist war und Beziehungen spielen lassen kann. Ob ihm das wirklich weiterhilft? Letztlich findet er ein wichtiges Detail heraus: Seine Tochter ist schon lange nicht mehr die Musterschülerin, für die sie alle halten.

Noch ein Film, den man schon zig mal gesehen hat, nur diesmal in der japanischen Version? Pustekuchen. Es beginnt mit rasch geschnittenen Filmszenen, intensiven Worten, Flüchen und Wut, gepaart mit Liebesbeteuerungen. Bunter brainfuck, der einen äußerst konzerntriert vor der Mattscheibe sitzen lässt, damit man rafft, wer da was sagt und wieso. Dann kommt ein Cut und man befindet sich in der Gegenwart – vorläufig.

Der rasante Wechsel hält während der kompletten zwei Stunden an. Dabei sind es nicht nur die zwei extremen Emotionen Liebe und Hass, die auf einen niederprasseln, sondern auch die Farben, die Musik, die Gewalt, die Wut und die Leidenschaft. Alles nur, weil ein Vater herausfinden will wo seine Tochter ist. Dabei wird alles ans Tageslicht gezerrt, auch seine eigene Vergangenheit.

Wie hat er mir gefallen?

Überraschend gut. In dem aktuellen Japanuary ist es mein erster härterer, gewalttätiger Film, den ich geschaut habe. Dass er so brutal ist, hatte ich – obwohl er ab 18 ist – nicht erwartet. Trotz der optischen Extreme und Zeitachsenüberschneidungen, verliert man nie ganz den roten Faden, denn der lautet schlichtweg: Wo um alles in der Welt ist Kanako und was für einen Mist hat sie da nur ins Rollen gebracht?

Es sterben viele Menschen. Es gibt viel Gewalt. Blut fließt und spritzt. Sex und Verführung stehen an der Tagesordnung. Wer damit nicht zurecht kommt, sollte die Finger von dem Film lassen. Der Regisseur hat übrigens auch das Buch “Confessions” umgesetzt, auch bekannt unter dem deutschen Namen “Geständnisse*” von Kanae Minato. Wem der Film gefallen hat und noch ne Schippe drauf legen will, sollte hier reinschauen.

Der Film basiert auf dem Buch “Hateshinaki Kawaki” von Akio Fukamachi. Ich habe ein wenig recherchiert und konnte leider keine Übersetzung finden. Weder auf dem deutschen, noch auf dem englischen Buchmarkt. Wer hier fündig wird, kann mir gerne einen Hinweis zukommen lassen.

Von mir gibt es eine klare Empfehlung für dieses Werk. “The World of Kanako” haut ordentlich rein ohne zu übertreiben und ist genau richtig für den derben Filmabend auf der Couch.

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