Der Japanuary ist in der letzten Woche angekommen. Daher folgt heute meine siebte kurze Filmbesprechung des Films “The Anthem of the Heart” (心が叫びたがってるんだ). Aktuell auf netflix verfügbar.

2015
Genre: Drama, Anime, Romance
Regie: Tatsuyuki Nagai
Dauer: 119 min
zu letterboxd*
eine Aktion von schoener-denken.de*

[Anzeige]

Um was geht es?

Jun ist redselig. So redselig, dass die gerne als Quasselstrippe bezeichnet wird. Eine Betitelung die nicht immer schlecht aufgefasst werden muss, ganz im Gegenteil. Allerdings muss Jun schmerzlich erfahren, wie es ist, wenn die Bezeichnung mit negativem Belast benutzt wird. Es ist ihr eigener Vater, der es ihr an den Kopf wirft und sie als Schuldige für die zerstörte Ehe zwischen ihm und ihrer Mutter hinstellt.

Ein Kleinkind haut so etwas natürlich vollkommen aus der Bahn. Da ist man voller Energie und sprüht nur so vor lebhafter Fantasie, plaudert wild drauf los, dass man den Papa oben im Schloss gesehen hat, aber mit einer anderen Frau und sie lieber Mama im Schloss gesehen hätte. Was die kleine Jun nicht weiß, das Schloss ist ein Love Hotel, sie hat ihren Vater inflagranti erwischt und es brühend heiß ihrer Mutter serviert.

Innerlich ist sie so entkräftet, dass ihr ein sprechendes Ei begegnet und sie mit einer Art Fluch belegt: Von nun an ist Jun ihrer Stimme beraubt und keine Quasselstrippe mehr. Immer wenn sie versucht zu reden, wird sie fiese Bauchschmerzen bekommen. Also schweigt sie. Bis zu jenem Tag in der Schule, wo sie etwas sagen will und muss. Ob das endlich die Kehrtwerte zur Quasselstrippe ist?

Wie hat er mir gefallen?

Ich habe “The Anthem of the Heart” jetzt zum zweiten Mal geschaut. Was mir jedes Mal wieder Gänsehaut beschert, ist ein Lied daraus, was nur einmal in voller Länge zu hören ist. Das ist der einzige Moment, der mich emotional berührte. “Hanashitai Dareka ga Iru” heißt er und wird im Original von der japanischen Gruppe “Nogizaka64” gesungen.

Das klingt im ersten Moment so, als ob mich der Film nicht packen konnte. Das ist nur die halbe Wahrheit. Der Zeichenstil ist niedlich, aber nicht zu cute, die Story hat ihren Tiefgang und gleichzeitig ihre flachen Momente, die einen innerlich gähnen lassen, da zu tief in die Mainstreamkiste gegriffen wurde. Mal ehrlich: Mädchen und Junge treffen sich, verstehen sich gut, einer pusht den andren und es könnte eine Romanze daraus entstehen? Kennt man …

Der Part mit dem Tiefgang hat mich allerdings überzeugen können. Hier wird ein wichtiges Thema aufgegriffen: Was Worte bewirken können und man sich stehts bewusst sein sollte, dass sie wie verbale Waffen sind. Egal ob im positiv oder negativ.

Der Film hat eine gleichnamige Manga-Adaption bekommen, die seit diesem Monat bei Egmont Manga* erscheint und in vier Bänden abgeschlossen ist.

Von mir gibt es eine vage Empfehlung für “The Anthem of the Heart”. Denn es schadet absolut nicht ihn zu schauen, da er das Thema Kommunikation auf eine schöne Art umsetzt.

Hier geht es zu meiner Aktionsseite des #Japanuary2021*

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.