|Manga| “Drei auf einen Streich”

Drei Serienstarts, drei Meinungen.

Kurz & knackig
kommt hier meine Meinung zu “Tokio Aliens (1)”, Hiso Hiso (1)” und “Boy’s Abyss (1)”


Worum geht es?

In den kommenden Zeilen, möchte ich drei Serienstarts vorstellen, die mich alle auf ihre ganz eigene Weise überzeugt haben. Inhaltlich sind sie alle komplett unterschiedlich, auch wenn zwei Werke aus dem Genre “Slice of Life” stammen.
Bei mindestens einem Werk muss ich eine Triggerwarnung aussprechen, da hier eine Thematik regelmäßig aufkommt, die je nach persönlicher Stimmungslage mit Vorsicht genossen werden sollte.


Boys’s Abyss von Ryo Minenami

Triggerwarnung: Suzid, Depression

Ganz ehrlich? Ich habe den Manga vor allem durch sein Cover wahrgenommen und war direkt angefixt. Erst danach habe ich mir den Inhalt näher angeschaut. Die leuchtenden Blautöne, gemischt mit einem zarten Rot, ein Gesicht, vor dem ein Koi herumschwimmt. Wer würde bei diesem Eyecatcher nicht zweimal hinschauen?

Inhaltlich geh es um den Schüler Reiji, der in einer Kleinstadt lebt und kurz vor dem Schulabschluss steht. Normalerweise sollte er sich nun um eine weiterführende Schule oder gar Studium kümmern. Doch Reiji kann sich nicht dazu aufraffen. Dabei liegt es nicht einmal an seiner schulischen Leistung, es liegt an etwas anderem. Seine Familie und dem Gedanken, dass er sie nicht verlassen KANN.

Seine Mutter braucht ihn. Sie verlässt sich auf ihn. Das sagt sie jeden Tag. Er ist ihr Anker, dass sie bald etwas entlastet wird mit der Pflege seiner Großmutter. Diese leidet unter Demenz und muss stetig umsorgt werden. Dieser emotionale Druck belastet Reiji extrem.
Dann taucht eines Tages sein Idol in der Kleinstadt auf. Ein Licht am Horizont. Allerdings komplett anders, als in dem Moment erwartet. Sie schlägt vor, dass sie gemeinsam Suizid begehen.

|| Düster, melancholisch und unterhaltsam zugleich. Ein Mix, der hier absolut stimmig wirkt, von daher ein Lesetipp meinerseits.

Eckdaten

Seiten: 208
VÖ: August 2021
Genre: Slice of Life
Reihe: Band 1 von 7 (fortlaufend)

Link zur Verlagsseite*

Hiso Hiso von Youko Fujitani

Dieser Manga war kein Coverkauf. Ein Tipp auf twitter brachte mich auf den unscheinbaren Manga. Da ist einerseits der lebensfrohe Student Koji, der zufrieden durchs Leben geht und keine Sorgen zu haben scheint. Auf der anderen Seite ist da der kleine Junge Daichi, der von Tieren umgeben in einem Park schläft und von den Studenten entdeckt wird. Was erst einmal nicht sonderlich aufregend ist. Jedoch die Tatsache, dass Daichi Koji bittet den Hund sanfter zu streicheln, seine Art und Weise würde dem Hund nicht gefallen. Das hat er ihm gesagt.

Das wirft Koji komplett aus der Bahn. Als kleiner Junge konnte er ebenfalls Tiere und andere Dinge mit einer Seele sprechen hören. Heute hört er diese Stimmen nicht mehr. Nach kurzer Skepsis entwickelt sich zwischen Koji und Daichi eine Freundschaft, die teilweise auf Belustigung stößt. Doch sie stören sich nicht daran. Während Daichi endlich jemanden gefunden hat, der die gleiche Gabe hat, entwickelt Koji einen Beschützerinstinkt, der nicht überall für Freude sorgt.

|| Seichte Unterhaltung mit Tiefgang. Schlichter Zeichenstil trifft auf eine Handlung, die berührt und einen zum weiterlesen animiert.

Eckdaten

Seiten: 196
VÖ: August 2021
Genre: Slice of Life
Reihe: Band 1 von 6 (abgeschlossen)

Link zur Verlagsseite*

Tokyo Aliens von Naoe

Akira ist ein Durchnittsschüler. Unauffällig, eher zurückhaltend und glänzt nicht sonderlich mit herausragenden Leistungen und dennoch, er will später mal Polizist werden. Eines Tages, mit den Gedanken völlig woanders, steigt er in einen Zugwaggon ein, der fast menschenleer ist. Verwundert lässt er sich auf einen Sitz nieder. Lediglich ein Mann und eine ältere Frau sitzen darin und bevor er es realisieren kann, sind die beiden in einen Kampf verwickelt.
Tentakeln schießen aus der Frau, schießen wild durch die Luft und … schnappen sich Akira, um ihn als Geisel zu nehmen.

Willkommen in einer Welt, wo neben den Menschen auch Aliens existieren.
Akira wird dank der alten Dame in ein Leben eingeführt, welches er so nicht erwartet hätte. Sie erklärt im, dass sie mit einem Menschen zusammenlebt und ganz unscheinbar als Mensch durch die Gegend laufen kann. Niemand würde ihre Existenz erahnen, wenn es da nicht diese Organisation namens AMO geben würde, die Jagd auf Aliens macht. Was der Schüler nicht ahnt, die Geschichte der Frau ist nur die Spitze des Eisberges. Akira steckt viel tiefer in der Materie drin, als ihm lieb ist.

Wir Lesende wissen, dank dezenter Einblicke recht schnell, warum die Organisation AMO an ihm interessiert ist, besonders ein ein Mitarbeiter namens Sho. Akira ahnt nicht das Geringste. Ein Twist, der in der Seele schmerzt. Denn hier werden sicherlich Momente kommen, die einige Gewissenskonflikte auslösen. Genau das ist es, was mich an der Story so fasziniert. Neben dem wunderbaren Zeichenstil, der genau in richtigen Momenten Liebe zum Detail einbaut und dem Humor. Was wieder einmal zeigt, selbst wenn eine Grundstory nicht außergewöhnlich daherkommt, die Feinheiten machen den Unterschied.

|| Mordlüsterne Aliens, verschwundene Vergangenheiten und verborgene Kräfte, ein Mix der hier absolut passt.

Eckdaten

Seiten: 212
VÖ:
Dezember 2021
Genre:
SciFi
Reihe:
Band 1 von 3 (fortlaufend)

Link zur Verlagsseite*


weitere Empfehlungen aus 2021:
“The Killer Inside”
Shibuya Goldfish”
Noah of the Blodd Sea”

2 Kommentare

  1. 19. Januar 2022
    Antworten

    Hiso Hiso hatte ich mal in der Buchhandlung gesehen und war schon ganz angetan. Aber ich halte mich bei Serien derzeit sehr zurück und bei Erscheinen war ich unsicher, WIE gut der Manga ist. Deine Gedanken dazu machen mich nun wieder neugieriger. Kommt auf die Wunschliste :) Klingt nach genau der Feelgood-Story, die ich im Winter brauche.

    • kaisu
      22. Januar 2022
      Antworten

      Definitiv ein feelgood Manga – zumindest bisher – vage auf jedenfall mal einen Blick hinein :D

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