Ab 2022 gilt die Sexsucht erstmals als eigenständige Krankheit und ist damit endlich offiziell anerkannt.

Flo ist sexsüchtig. Alle die nun kichern und meinen “Hö, bin ich auch!” sollten jetzt einmal kurz inne halten und sich fragen, ob sie das wirklich sind. Krankheiten, wie die Sexsucht sollte man nicht unterschätzen.  Die Grenze zwischen erhöhtem Sexkonsum und einer Sucht ist minmal und doch gibt es deutliche Unterschiede. Versteckst du deine Lust? Ziehst du dir Pornos rein? Non stop? Auch am Arbeitsrechner? Gefährdest so deinen Job? (Heimliche) Bordellbesuche, der schnelle Kick, die Lust nach mehr, ein krankhafter Zwang, der selbst deine Gesundheit gefährden könnte. Du nimmst es hin, willst einfach nur die Wut und den Kick besänftigen.

Das Sexmonster begleitet Flo sein halbes Leben lang. Ständig klebte es an seiner Seite. Schränkte sein Leben und vor allem Sozialleben ein. Irgendwann wird er so davon erdrückt, dass er über seinen Schattenmonster springt und sich Hilfe sucht. Der Weg dorthin, seine Gedanken und vor allem Gefühle offenbart Florian einem hier in dem Comic.

xes

Hi, ich bin Flo und ich bin sexsüchtig.” Wann fing es an? Könnte die Erziehung ein Grund sein und gehörigen Einfluss auf seine sexuelle Entwicklung genommen haben? Waren es die Reaktionen auf seine (kindlichen) Fragen, die ihn zu dem Monster getrieben haben und dafür sorgten, dass es in ihm keimen konnte? Oder liegt die Ursache ganz woanders. Was auch immer es gewesen ist, zahlreiche Ansätze werden mit wenigen Worten hier umgesetzt.

Die Farben sind gedeckt. Grautöne, wenig Details, schlichte Charaktere und eine auf das Wesentliche heruntergebrochene Umgebung. Was dominiert ist dei Farbe Rot. Rot steht für das Sexmonster. Seine Keime. Überall hat es seine langen Finger drin versteckt. Aber nun wird dagegen gekämpft!

 

Eckdaten (Anzeige)

360 Seiten
August 2020 veröffentlicht bei Avant Verlag*
Gesamtausgabe
A5 Format
von Florian Winter

GeekWhisper*  findet, dass hier Potenzial verschenkt wird

 

Florin Winter greift in seinem Debüt “Xes” ein Thema auf, was bis heute – in der modernen Gegenwart – ein Tabuthema ist. Er zerrt es an die Öffentlichkeit und zeigt in diesem autobiografischen Comic, seine Emotionen dazu. Für jemanden, der noch nie einen Comic veröffentlicht hat und eine schwere Sucht verarbeiten muss, finde ich es einen großwartigen Schritt. Ich konnte seine Gedanken absolut verstehen und fühlte, wie er schreiend, wütend und fluchend seinen Frust hinauschreit. Dann die kleinen hübschen Momente, die so zerbrechlich sind.

Da recht wenig Text enthalten ist und eher über die Bilder die Aussagen getätigt werden, hat man das dicke Werk von 360 Seiten extrem schnell gelesen. Das kann man an dieser Stelle kritisieren und bemängeln. Ich sehe das Werk als Bewältigung einer Krankheit. Diesen Schritt muss man erst einmal gehen. Flo schreibt selbst kaum etwas über Details, daher ist das Nachwort von Dr. Kornelius Roth eine wohltuende Ergänzung, die ich gerne gelesen habe (lese selten Nachwörter).

XES” ist ein Comic, der ein Tabuthema aufgreift.
XES” ist ein Comic, der anders ist.
XES” lässt Gefühle und nicht Text sprechen.
XES” lässt tief blicken und dennoch ist so viel offen.
XES” lässt einen schmunzeln und stimmt einen nachdenklich.
XES” ist für Interessierte an dem Thema, es ist kein Fachbuch.

xes

 

 

 

4 thoughts on “|Comic| “XES”

  1. Huhu meine Feine!

    Der Titel lief mir vor kurzem innerhalb einer Doku über den Weg und landete direkt auf meiner Wunschliste! Manga, Comic, Graphic Novel – lese ich kaum, aber bei dieser Thematik wurde ich neugierig und es scheint eine gute Entscheidung zu sein, zu dem Buch zu greifen.

    Mukkelige Grüße!

    1. Find so biografische Sachen lassen sich oft auch gut weglesen, selbst wenn man so was normal nicht liest.
      Oft können sich Menschn in Bildenr besser ausdrücken, als in Worten und so ist es hier der Fall.

      Hab nichts erwartet und war letztlich positiv angetan ;D

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