der kuss des feuers, japan special, goldmann, buchkritik

“Gehst du schon? Ich bin immer so einsam ohne dich”, sagte Chieko und legte ihre Arme um ihn. “Da kann man nichts machen. Ich muß zur Arbeit.”

Ikuo sprach in gleichgültigem Tonfall und hoffte, daß sie ihn nicht zwischen Liebe und Pflicht würd wählen lassen. (Beginn, Erster Teil, S.9)

Es ist ein Zusammenspiel, was man sich nie im realen Leben wünscht. Da ist der Feuerwehrmann, der seinem Beruf nachgeht. Regelmäßig bei einer jungen Frau vorbeischaut und so sein Sexleben auffrischt. Dann haben wir einen Brandstifter. Was macht dieser? Natürlich zündeln und Dinge in Brand stecken. Dabei sterben auch Menschen. Das ruft die dritte Person auf den Plan: Den Detektiv. Er will natürlich den Brandstifter schnappen und hat ebenfalls eine heimliche Liebschaft.

Was verbindet diese drei Männer miteinander? Genau das, will man in dem Buch herausfinden. Es fängt ganz harmlos an. Der Brandstifter ist unterwegs und die Stadt hält den Atem an. Der Feuerwehrmann – Ikuo – will endlich den Täter schnappen und macht sich selbst in seiner Freizeit auf die Suche. Das führt zu unglücklichen Zufällen. Denn meist genau an seinen freien Tagen kommt es zu neuen tödlichen Bränden. Man nimmt ihn also beiseite, macht ihn dezent darauf aufmerksam und Ikuo ist schockiert, dass man IHM so etwas zutraut. Aber ist er wirklich unschuldig?

“Wissen Sie, ich mag Nervenkitzel – die Achterbahn auf dem Rummelplatz, auf Bäume klettern, all so was; das einzige, was mir Angst einjagt, ist Feuer”, gestand sie mit gepreßter Stimme. (S.50)

Ryosaki – der Detektiv – weiß selbst nicht, was er glauben soll. Seine Leitstelle setzt Beschatter an. Nur sind dies nicht die hellsten Köpfe und es kommt zu Lücken, wo man kein Auge auf Ikuo geworfen hat. Genau dann, bricht natürlich ein neues Feuer aus. Man kann dem Feuerwehrmann einfach nichts nachweisen. Sind sie also doch auf einer falschen Spur? Wenn man als Leser selbst genug durchgeschüttelt wurde und nicht mehr weiß, wem man glauben soll, kommt eine weitere Person ins Spiel. Diese zeigt, dass die Würfel in dem Katz -Maus-Spiel noch lange nicht gefallen sind.

Das Buch umfasst etwas über 200 Seiten. Darin wird eine äußerst komplexe Geschichte aufgeworfen. Entsprechend gibt es hier keine Schachtelsätze oder ellenlange Beschreibungen. Es wird in kurzen Sätzen, recht schnörkellos, jede Situation auf den Punkt gebracht. Dabei hätten mehr Details gelegentlich sicher nicht geschadet. So baut man nämlich nicht wirklich eine Beziehung zu den Charakteren auf. Das fand ich für die Handlung etwas schade.

“Kümmere dich lieber nicht darum, was in den Nachrichten so alles behauptet wird. Die wissen gar nicht, wovon sie sprechen.” (S.106)

Am Ende werden alle Stränge zu einem dicken Bündel zusammengeflochten. Hatte man vorher immer nur die einzelnen Ansichten der Herren, stets separat für sich gelesen, überschneiden diese sich immer mehr und man erkennt die Wurzel des Übels immer deutlicher. Diese verzwickte Handlung fand ich gut konstruiert. Zwar ahnt man irgendwann wer dahinter steckt, aber das wahre Warum ist stets offen und treibt einen voran, zügig weiterzulesen.

Das ist mein drittes Buch der Autorin gewesen. Im direkten Vergleich, reiht es sich an dritter Stelle ein. Was nicht heißt, dass das Buch schlecht ist. An der einen Stelle fehlten mir lediglich kleine Dinge und an der anderen war es dann doch zu komplex. Hinter einer Lösung, steckt nicht die ganze Wahrheit – Nein, es geht dann noch weiter. Ein Tüpfelchen auf dem i, hätte auch gereicht.

Alles in allem, habe ich es nicht bereut, diese Geschichte gelesen zu haben. Wer Gefallen an Masako Togawa gefunden hat, sollte diese Büchlein auf keinen Fall auslassen!


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Genre: Crime / VÖ: 1990 / Verlag: Goldmann / Seiten: 219 Seiten / Serie: Einzelband

weitere Kritiken: bspw auf goodreads >,

weitere (dt.) Bände von Masako Togawa: Trübe Wasser in Tokio, Schwestern der Nacht, Der Hauptschlüssel

erhältlich z.B. bei: nur noch gebraucht erhältlich


#JapanSpecial [Aktion]

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