Vergangenes Jahr habe ich bereits ein Lesetagbuch (spoilerfrei) geführt und möchte das mit diesem Buch nun erneut machen. Bis zu einem gewissen Punkt gebe ich genug Informationen preis, die einen Einblick in die Handlung geben, aber nicht zwingend ihre Entwicklung wiedergeben. Quasi das, was man auch auf dem Klappentext lesen würde. Man muss also keine Angst haben, dass ich zu viel erzähle. So sieht man höchstens viel mehr meine Emotionen während des Lesens.


Startschuss (bis Seite 100)

“Das Massaker begann keine zehn Minuten, nachdem Parceval seinen Kaffee bestellt hatte.” (S.5)

Schüsse fallen, Panik bricht aus, ein Massaker am hellichten Tage, dazu auch noch ein Brautpaar, Blut, Geschrei, Trauer und mittendrin ein Mister Parceval, der gekonnt einen Schützen ermordet und somit den Anschlag beendet. Äußerst heldenhaft “wie ein wilder Stier” (S.16) oder ein Mann, “der sich auf einen langen Tauchvorgang vorbereitet” (S.16) Vergleiche findet man hier zahlreich.

Danach wird direkt die “Kollegin” angerufen. Ksenia Orian weißt natürlich schon über alles Bescheid. “Woher weißt du eigentlich, was hier passiert ist?” (S.20) Eine berechtigte Frage, aber man wird sofort aufgeklärt und wird nicht müde zu erwähnen, dass sie Ahnung hat und sich überall reinhaken kann. Also schön merken!

Wichtige Memo “Familie Palechinaro” vs. Clans der Libanesen – Bandenkrieg im Anmarsch!

>CUT< Wechsel zum Polizeipräsidium – man vertieft sich in der Thematik der Clan-Kriege, will Aufklärung, kurz, man hat keinen Plan

Parceval schwelgt in Erinnerungen *gähn* aber oh, es riecht nach orientalischer Küche! Auf auf, mein Jung! Da ist die gute Küche, ein netter Koch, eine nette Anekdote zur Tochter, den Speisekarten und oh, weh, da kommen böse Jungs herein. Es geht um Geld, Schutzgeld, Stress ist angesagt und natürlich mischt sich Parceval ein. Wieso wird der eigentlich mit John Wick verglichen? Der labert wenigstens nicht so viel, sondern haut direkt zu. Parceval ist eine Plaudertasche …

kurzes Zwischenfazit: Wieso fand ich Band 1 so toll? Parvecal kommt bisher selten zu Wort, obwohl … er redet eigentlich die ganze Zeit, aber man lernt nichts Neues, er sucht seine Familie mitsamt Informationen. Bisher erfolglos und nun mischt er in nem Clan-Streit mit? Zudem gibt es eine Gerichtszene, die ich einfach nur fad geschrieben fand. (keine Überraschungen, typisches Hin und Her) Die Polizei wird als “Dorftrottel” hingestellt und weiß (natürlich) erstmal nicht viel. Dann die Clans… hätte ich nur mal den Klappentext gelesen *heul* und nicht einfach darauf vertraut, dass der zweite Band auch gut wird.

 

Weiter gehts! (bis Seite 208 )

Erstmal ab ins Präsidium. Neue Lage wird verkündigt, mehr Zusammenhänge zu den Clans. Wechsel zu Emre (der mit dem leckeren Imbiss), neue Kontakte für Parceval, aber ob die wirklich Infos bringen? Oder ihn nur ausnutzen … mmh, beides. Darauf einen Raki! Oder zwei oder drei! *hicks* Zurück zur Polizei, und da kommt zum ersten Mal der Verdacht, obs der Parci war? mmmh *trommelwirbel* aber gehn wir lieber zurück zu den Clans. Wer will was erreichen und die große Frage: wem kann man vertrauen (spoiler: keinem! hehe!).

“Parceval nickte und lächelte. Damit waren die Grenzen abgesteckt und die Standpunkte klar.” (S.166)

Aha! Endlich beginntz Parcis Maske zu bröckeln. Da ist wohl einer doch nicht mehr so sicher eine Weile unbekannt durchs Land marschieren zu können. Und dann auch noch die Probleme mit der Quelle für neue Infomationen für seine vermissten Frauen. Uih uih… Immerhin gibt es mal wieder einen Kampf! Aber retten kann die Action meine Leseunlust nicht mehr. Ich breche das Buch jetzt ab.

Endfazit: Ich habe gestern die ganze Zeit überlegt, wo ich vor einer Weile einen ähnlichen Fall hatte. Da gefällt mir Band 1, ich seh über Mängel hinweg und freu mich auf den Nachfolger und was ist der dann? Eine blanke Enttäuschung. Es waren die Bücher “Die sieben Farben des Blutes” und “Die sieben Kreise der Hölle“. Hier ist es ebenso. Ich spürte, wie nach und nach meine Leselust nachlies. Parceval war nicht mehr so präsent und seine Lorbeeren nicht sonderlich spürbar. Es dreht sich eigentlich nur um die Clans, ein Hauch Rebell Parceval und dann noch eine neue Freundschaft. Die Kampfszenen wirkten zu einstudiert und sauber, kam einmal Tempo auf, wird man durch einen Wechsel wieder ausgebremst. Über das Ende kann ich nichts sagen, aber es wird sicher offen sein, da die Reihe nach diesem Band mit Sicherheit nicht abgeschlossen ist.

Leider eine Enttäuschung. Ich werde diese Reihe nicht weiterlesen.

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Genre: Crime / VÖ: Januar ’20 / Verlag: Blanvalet* / Serie: Band 2

erhältlich bei: hugendubel.de

weitere Bücher von Chris Landow: Parceval – Seine Jagd beginnt*

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