Jazz. Saxophon. Tenor-Saxophon. Leidenschaft. Musik. Japan. Deutschland. Unabhängigkeit. Neubeginn. Stolpersteine. Kulturen. Sprache. Geld. Erfolg. Misserfolg. Aufraffen. Spielen. Freude. Das sind nur ein paar Stichworte, die diesen Manga kurz zusammenfassen. In “Blue Giant Supreme” begibt man sich gemeinsam mit Dai nach Deutschland, genauer gesagt, nach München und beobachtet den total enthusiastischen jungen Mann, wie er auf fremden Boden Fuß fassen möchte.

Stolpernd und strahlend vor Glück landet er im Zentrum Münchens und begibt sich zu seinem Hotel. Kaum dort angekommen, packt ihn schon der Tatendrang. Er zieht los und sucht Lokalitäten, die Jazz spielen und ihn aufnehmen würden. Allerdings sind die ersten Schritte äußerst mühsam. Keiner will ihn nehmen. Ein Japaner und Jazz? Nachwuchs? Keine Sampler dabei zum reinhören? Alles kleine Steinchen, die Dai es extrem schwer machen. Doch dann ist da dieser Mann, der ihm hilft.

blue giant supreme

Ziemlich zu Beginn, sind in meinem Kopf zwei Fragen aufgetaucht: Warum geht ein Jazzliebhaber nach Deutschland anstatt nach Amerika? Schließlich spricht Dai englisch. Und warum nach München, anstatt zum Beispiel Berlin? Eine kleine Recherche zeigt, dass in Deutschland gerade einmal 7% der Menschen gerne Jazz hören. Eine Nischenmusik, für die ich mir als Musiker nicht München aussuchen würde. Was seine Beweggründe sind, genau diese Region zu wählen, erfährt man hier (noch) nicht.

Vielleicht wird diese Frage bereits in der eigentlichen Haupt-Manga-Reihe namens “Blue Giant” geklärt, die zehn Bände umfasst. Ich weiß es nicht. Der Verlag hat beschlossen, diese eventuell nach dem Erfolg dieser “Supreme” Fortsetzung in Deutschland zu veröffentlichen. Wer der französischen Sprache mächtig ist, kann dort schon stöbern gehen. In Frankreich ist die Reihe bereits auf dem Markt. Egal ob Buch oder Manga, eine Reihe in “falscher” Reihenfolge auf den Markt zu bringen, finde ich ungeschickt.

blue giant supreme

Zurück zum Inhalt des Manga, der mit einem richtig angenehmen Zeichenstil daherkommt. Zarte Linien, Detailverliebtheit im richtigen Moment und ein Elan in den einzelnen Panels, sodass die Begeisterung für Dai förmlich überspringt. Der Mangaka konzentriert sich vollkommen auf die Liebe zur Musik, schmückt sie mit kleinen Anekdoten und lässt sie somit leben. Ein wichtiger Aspekt, schließlich hat man nur das eigene Kopfkino, was eine Melodie von sich gibt. Wer trotzdem eine musikalische Untermalung mag, sollte einen Blick in das unten verlinkte Video werfen.

Eckdaten (Anzeige)

192 Seiten
Band 1 von 10
erschienen bei Carlsen Manga*
weitere Kritik dazu bei Miss Booleana* in der Rubrik “angelesen”

Ich selbst höre keinen Jazz. So, jetzt ist es raus. Ich habe mich geoutet. Es ist eine Musikrichtung mit der ich einfach nicht warm werde. Hier allerdings, ist der Funke der Leidenschaft, die Liebe zu Noten, dem Klang und dem Wohlgefhühl des Spielens sofort übergesprungen. Da klammere ich den Sound einfach aus und folge einfach dem jungen Dai, wie er erfolgreich werden möchte.

Einen Punkt möchte ich noch erwähnen zum Abschluss. Der Manga “Blue Giant Supreme” ist nicht komplett auf Deutsch geschrieben. Da Dai kein bzw. kaum Deutsch spricht, hilft er sich mit der englischen Sprache aus. Quasi alles, was er laut auspricht und ihm zur Kommunikation dient, ist englisch. Später kommt jedoch ein Cut, wo er plötzlich perfekt Deutsch spricht. Das ist etwas irritierend, zumal er vorher die Nacht bruchstückhaft die Basics gelernt hat. Dann lieber komplett alles in Deutsch.


Beitrag #4 meiner #MusikundComics Reihe

#1 Der Knochenmann, das Vöglein und die Nymphe
#2 Belzebubs
#3 “Der Klang meines Herzens”


 

2 thoughts on “|Musik| “Blue Giant Supreme”

  1. Ja mit dem Manga hatte ich leider auch so meine Probleme, obwohl ich mich drauf gestürzt und sehr gefreut habe. Hab nämlich Anfang des jahres angefangen Saxophon spielen zu lernen, hehe. Aber ich war ebenso herb enttäuscht als ich recherchierte, dass er eigentlich das Sequel ist. Man kann beim Deutschlandfunk ein Interview mit Carlsen Vertretern lesen, in dem angegeben wird, dass Musik-Manga in Deutschland eher schlecht ankommen. Also hat man sich hier wohl erhofft, dass es Bonuspunkte gibt, weil der Manga in Deutschland spielt und den Weg für die Veröffentlichung von “Blue Giant” ebnet. Sehr schade, dass es so rum sein musste. Mich hätte im Nachhinein “Blue Giant” viel mehr interessiert … zumal Dai dort (so wie ich jetzt) mit dem Saxophon lernen struggelt. naja … was solls. Wirst du dran bleiben?

    1. Ganz ehrlich? Ich weiß noch nicht, ob ich dran bleibe. Sind immerhin auch 10 Bände…
      Würde gerne die Vorgeschichte lesen.

      Und Musikmanga kein Markt … Kochmanga mussten auch erst Fuß fassen und sind nun verdammt beliebt.
      Finds immer noch ungeschickt, wenn Verlage sich nicht an Reihenfolgen halten.

      Wenn ich das Instrument spielen würde, so wie du XD, dann würde ich wohl auf jeden Fall am Ball bleiben!

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